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23. März 2017

Blick zurück.


Früher.... Früher war alles besser. Als ich noch jung und meine Beine dünn waren. Als ich noch Träume hatte, wie mein Leben zu sein hätte. Bevor mir dies und das passierte - da war doch alles besser. Oder?

Mal ganz davon abgesehen, dass man "früher" niemals wiederholen kann (NIEMALS!) ist die Retrospektive meist trügerisch. Der Blick zurück verklärt sich. Und das Hier und Jetzt mit all seinen Realitäten ist wie es ist. Jünger werden ist nicht. Dünnere Beine - wenn überhaupt - nur mit größten Mühen und Entbehrungen machbar (aber schau nicht, wie die Haut dann aussieht). Die Unbeschwertheit der Jugend- und Kindertage (wohl dem, der sie hatte) ist einem Reifeprozeß aus mehr oder minder erfreulichen Erfahrungen gewichen. Und die Persönlichkeit? Die ist irgendwie einfach so geblieben. Bei mir jedenfalls.

Wenn ich in alten Aufzeichnungen oder Tagebüchern blättere, kann ich nur den Kopf über mich selber schütteln, dass ich teilweise noch nach so vielen Jahren an den selben Fronten kämpfe, in den selben Baugruben wühle. Die totale Energieverschwendung. Du kämpfst - und verlierst. Du gräbst - und findest nix oder nur den üblichen alten Schmodder. Warum also keinen Liegestuhl aufstellen, die Haare im Wind fliegen lassen, die dicken Beinchen übereinander schlagen und laut und vernehmlich: "Ach, Scheiß drauf!" verkünden. Mit der Depression und der Obsession eine kleine private Party feiern, während die Angst ekstatisch zu "I will survive" tanzt.

Dann gibt es da noch diese Sachen, die sich irgendwann einfach von selbst erledigen. Womöglich gerade dadurch, weil ich einfach resigniert und es als gegeben hingenommen habe. Dann habe ich der Sache keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt, sie einfach sein lassen - und eines Tages gemerkt, dass sie weg ist. Was der Liegestuhlvariante sehr nahe kommt.

Oder Du packst das Bündel mit all dem Mist zusammen, verschnürst es, und übergibst es der höheren Macht (woran auch immer Du glaubst: Buddha, das Universum, die große Wutz) und sagst: "Hier nimm. Ich komme damit einfach nicht klar. Ich laboriere schon gefühlte tausend Jahre damit rum. Kümmer Du Dich doch bitte - ich Idiot krieg das nämlich nicht hin. Du hast da sicher die besseren Kompetenzen." Dann gibst Du es weg und schaust, was das Leben oder die große Wutz damit machen. Streckst Dich auf dem Liegestuhl aus und läßt das Leben geschehen. Einen Versuch wär's ja wert.

(Die große Wutz wird allerdings nicht Deine Schränke aufräumen oder Deine Schulden bezahlen. Sie ist ja nicht Marie Kondo oder Peter Zwegat. Aber sie wird Dir durch Dein Loslassen die Scheuklappen nehmen und den Blick für mögliche Lösungen und Impulse frei machen. Oder vielleicht "brauchst" Du das Problem auch einfach gar nicht mehr...)

22. März 2017

Berufswunsch: Guru.


Also ich könnte eigentlich auch einfach Guru werden. Ich erzähle allen, dass ich auf dem Sofa in einem stillen Moment (nämlich der Werbepause bei Shopping Queen) die Erleuchtung gefunden habe. Und dann halte ich Sofa-Satsangs ab. Ich hülle mich in bunte Gewänder (die ich einfach wahllos aus meinen 100 Schals zusammen nähe), male mir mit meiner zahlreich vorhandenen Kosmetik ein paar mysteriöse Symbole aufs Gesicht, lese ein paar Sprüche aus dem Küchenkalender vor, falle zwischendurch ins erleuchtete Koma (was ich früher "Nickerchen" genannt hätte) und sage allen, dass es NICHTS zu tun gäbe. Alles ist gut, wie es ist - und dass ihr einfach mit dem Denken aufhören sollt. Und als Bonus - irgendwie muß ich mich ja von den anderen Gurus unterscheiden - gibt es Schokolade für ALLE.

Meine Jünger (vorzugsweise attraktiv und männlich) schauen mich bewundernd mit glänzenden Augen an, massieren mir die Füße und hauchen mir *ich-liebe-dich* entgegen.

DAS nenne ich doch mal eine Aufgabe! Könnte ich mich dran gewöhnen.

Naja, ich hab ja neulich das Buch von Samarpan so angepriesen. Und zum Buch stehe ich auch immer noch, da sind spannende und interessante Ansätze drinne. Aber nachdem ich mir so ein paar seiner Satsangs angeschaut habe, stelle ich diesen sektengleichen Hokuspokus doch sehr in Frage.

Die Lehren an sich sind ja gar nicht mal so übel. Und letztlich meinen diese spirituellen Gestalten alle ja das gleiche: Vergiß Dein Ego, hör auf Dich vom Verstand tyrannisieren zu lassen und bleibe im JETZT. So weit, so gut. Aber dieses Anbetungsgedöns finde ich dann doch abstoßend. Es kommt mir stark so vor, als ob die Teilnehmer emotional ziemlich labil wären und vom großen Meister die Erlösung oder Absolution erhoffen. Wer traurig, verwirrt oder hoffnungslos ist, ist natürlich besonders empfänglich für solche Botschaften. Also: trau-schau-wem!

Wer mag trotzdem zu meinem ersten Sofa-Satsang kommen?
*mit-der-Schoki-wink* *voll-der-liebe-Guru-bin*

21. März 2017

Oma hüpft wie ein Känguru.


Momentan schaue ich gerne im Vorabendprogramm der öffentlich-rechtlichen eine Quizshow. Interessant ist dabei der Werbeblock, der offenbar auf ein älteres, berentetes Publikum zugeschnitten ist: Dreimal was zur Beruhigung, zwei Gelenksalben, zwei Hörgeräteanbieter. Die Werbefiguren trotz ihres vermeintlichen Alters wirken fröhlich, agil und jung geblieben.

Der Enkel findet seine "neue Oma" ganz toll, weil sie dank der chemischen Gelenkschmiere hüpfen kann wie ein Känguru. Ist ja auch super, so eine doll funktionierende Omi.

Früher trugen die Omas Kittelschürzen und backten den weltbesten Streuselkuchen. Oder sie saßen in ihrem Lieblingssessel mit einer Handarbeit und erzählten Geschichten. Diese Omas sind ausgestorben.

Ich will nicht die Vergangenheit verklären. Der medizinische Fortschritt ist großartig. Und es ist toll, wenn sich keiner mit Gelenkschmerzen rumplagen muß.

Was mich nur stört, ist dieses Bild, das vermittelt wird. Jetzt mußte auch im Alter noch funktionieren, hüpfen wie ein Känguru, gut schlafen und noch besser hören. Was ist mit einem schönen Mittagsschläfchen? Die Klatschzeitung im Ohrensessel bei einer Tasse Kaffee lesen? Am Fenster sitzen und dem Treiben auf der Straße zusehen? Oder auf einer Bank vorm Haus hocken und Löcher in die Luft starren oder Topflappen häkeln?

Vorher werden auch noch die Wechseljahre totgeschwiegen oder mit Hormongaben unterdrückt. Das paßt ja nicht ins funktionale Bild. Älter werden ist nix für uns.

Ich mache übrigens mein Bett morgens nicht mehr - damit ich jederzeit für eine kleine Leserunde oder ein Nickerchen wieder reinschlüpfen kann... bin ja kein Känguru, sondern ein Koala.

Übrigens bewundere ich insgeheim durchaus die Sorte alter Menschen, die mit 90 noch gelenkig wie ein junger Hüpfer Yoga praktizieren, Marathons laufen oder mit einem Oldtimer die Welt bereisen. Aber ich glaube, da steckt eine andere Motivation dahinter. Da geht es nicht ums Funktionieren (und zwanghaft jung bleiben), sondern um echte Leidenschaft. Und davor ziehe ich den (Koala-Plüsch-) Hut.

17. März 2017

Alles im Leben kommt und geht.


"Etwas zu begehren oder zu wünschen, was nicht hier ist, bedeutet Leiden.
Unser ganzes Leben jagen wir Träumen hinterher
und erreichen nur dann ein Ende unseres Suchens,
wenn wir zum Frieden und zur Stille kommen."
-Samarpan

Auf meinem Blog hatte ich irgendwann mal erwähnt, dass ich das Buch von Samarpan "Glücklich sein in jedem Moment" gelesen habe. Momentan stöbere ich wieder darin, denn seine Haltung ist seeehr entspannt, und das gefällt mir. Es geht um das "Geschehen lassen". Dass alles genau so in Ordnung ist, wie es gerade ist. Ein Beispiel aus einem seiner Videos, als eine junge Frau, die sich fragt, ob es okay ist, dass sie so gerne alleine ist und ihn fragt, ob sie denn nicht eine Beziehung brauche. Da meint er nur ganz trocken: Nein. Du brauchst keine Beziehung. Wenn Du sie wirklich BRAUCHEN würdest und keine hättest, dann würdest Du sterben. Das passiert bei Säuglingen, aber nicht bei Erwachsenen (Anmerkung der Bloggerin: Es sei denn, man ist im Kleinkind-Stadium hängen geblieben). Yay, das ist doch genau der Ansatzpunkt für ein entspannteres Leben! (Und Du meine Güte, wovon denken wir nicht alles, dass wir es bräuchten...)

Solche Aussagen stellen doch ganz schön unser übliches Denken auf den Kopf (I like!!!).

Samarpan ist - soweit ich das mitgekriegt habe - wohl ein Schüler von Osho und hält immer mal wieder diese "Satsangs" ab (was wohl so viel heißt wie eine Zusammenkunft von Menschen, bei denen er seine Lehren vermittelt bzw. Fragen beantwortet). *flüster* Auf mich wirkt er ein wenig wie ein durchgeknallter Englischlehrer *flüster*.

Die zwei Teile über das Thema Beziehung fand ich grandios. Ich mag auch diese Art von Humor. Und für mich klingt das alles gar nicht mal so wahnsinnig spirituell oder gar abgehoben, nein, eher pragmatisch und auf den Punkt gebracht. Die Vergänglichkeit.... das Hängen an alten Geschichten (es sind nur GESCHICHTEN) ... und nicht jeder Partner ist gekommen um zu bleiben... ;-).

Wenn euch das Thema interessiert (oder auch allein das Thema "Leben im Jetzt" oder "Alle Gefühle annehmen"), schaut unbedingt mal rein:



"Dein Partner kann dir das was du willst nicht geben. Kein Partner kann einem das geben, was man sich wünscht. Es geht also nicht darum, den richtigen Partner zu finden - denn jeder Partner wird dir das zeigen. Dass es nie genug ist. Oder dass es zu viel ist, oder irgend etwas ... Vielleicht ist das die Hauptsache dabei, dass uns diese Illusion genommen wird, dass jemand uns irgend etwas geben kann." -Samarpan


Love yourself!
💓

16. März 2017

Hauptsache See!


Mann, bin ich mitteilungsbedürftig heute. Komme gerade zurück von meinem kleinen Ausflug an den See (und hab euch ein Foto mitgebracht). Ein Heimspiel - wer braucht da schon den Chiemsee? Die ersten Unerschrockenen lagen schon am Strand!

Herrliches Wetter, die Bäume könnten gerne noch etwas grüner sein. Schnatternde Gänse und verliebte Störche gesehen. Mit Einheimischen geplaudert und für eine junge Flüchtlingsfamilie ein Foto gemacht. Und ganz viel Natur und noch mehr Stille genossen.

Ich glaube, da gehe ich wieder öfter hin. Tut gut.

Entertainment Update.


Jetzt widme ich mich mal den leichteren Dingen des Lebens. War gerade in der Bibliothek und habe nach neuen Unterhaltungsmedien für mein Sofaheim gestöbert. Natürlich bin ich fündig geworden. Ich kann mich wirklich jedes Mal aufs Neue freuen, dass ich für kleines Geld so viel Zugang zu allerlei Büchern und Filmen habe - ohne dass sich bei mir die Regale füllen.

Wenn ich mir überlege, dass allein ein Kinobesuch (ohne Popcorn und Cola) am Wochenende bereits 12 Euro kostet - dann entspricht das der Jahresgebühr für die Bibliothek. Unfaßbar. Deswegen gingen heute auch gleich zwei Filme mit, die ich mir vielleicht im Kino gerne angeschaut hätte....

Und nachdem ich mit der Frieda-Klein-Thriller-Serie von Nicci French jetzt von dem Montagsbuch bis zum Samstagsbuch komplett durch bin, mußte dringend Nachschub her. Und der andere Roman mit dem Glück klingt doch auch niedlich:

"Lange Jahre hat Monsieur Jean als Concierge im berühmten Grandhotel Tour au Lac in Zürich gearbeitet. Als er plötzlich in den Ruhestand verabschiedet wird, fragt er sich, was er mit dem Rest seines Lebens noch anfangen soll. Doch dann nimmt er sein kleines Notizbuch in die Hand, in das er die Wünsche und Geheimnisse der Hotelgäste und Angestellten stets sorgfältig und diskret notierte – und plötzlich hat er einen großartigen Plan. Zu viele Dinge, die noch nicht an ein gutes Ende geführt wurden, warten auf jemand, der dies ändern könnte. Unauffällig, wie es seine Art ist, beginnt Monsieur Jean die Fäden zu ziehen: Mit dem ihm eigenen Gespür für Menschen greift er in das Schicksal jener ein, denen das besondere Talent für Glück bisher fehlte."


Wenn das alles mal kein gelungener Akt der Selbstfürsorge ist!
Und jetzt geht's raus in die Sonne...

Keine Sorge - Selbstfürsorge!


Okay, der Titel ist von einem alten Werbeslogan einer Versicherung in abgewandelter Form geklaut. Aber ich glaube, Selbstfürsorge ist das beste, was man für sich tun kann, das wichtigste Hobby der Welt! Ein Weg, den es geradezu RADIKAL zu folgen gilt.

Wenn man wie ich ein einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen ist, weil beide Elternteile selbst eine schwierige Kindheit hatten, dann lernst Du ganz früh, dass es am besten ist, sich möglichst unauffällig zu verhalten, stets angepaßt und brav sein. Du stellst fest, dass Du Zuspruch erntest, wenn Du konform bist und gute Leistungen heimbringst. Du wirst nicht geliebt, weil Du einfach da bist, sondern weil Du es Dir erst verdienen mußt. Wenn Du dann auch noch mit Hochsensibilität gestraft gesegnet bist, kann ich Dir eins versprechen: Du bist komplett im Arsch!

Deine Strategien, um in einem lieblosen Umfeld zu überleben, haben als Kind einigermaßen funktioniert. Als Erwachsener sind sie das größte Hindernis, das Du Dir nur vorstellen kannst.

Ich habe mich neulich an eine Begebenheit aus meiner Grundschulzeit erinnert. Ein Mädel hatte einen neuen Anorak und wollte von den anderen wissen, wie er gefalle. Ich wußte ja nicht, wie es ist, eine eigene Meinung zu haben (das könnte ja gefährlich sein!) und gleichzeitig wollte ich ja unbedingt gemocht werden (bitte, bitte, hab mich lieb). Also hat die kleine Sofaheldin erstmal zögerlich abgewartet, wie die anderen die neue Anorak-Errungenschaft bewerten - und ist voll damit aufgeflogen: "Du kannst schon sagen, wie Du ihn findest!" meinte ein cleverer Naseweis (aus vermutlich funktionierendem Elternhause). Oooooh. War mir gar nicht so bewußt. Ich hab mich geschämt.

Das ist das Schlimme, was passiert, wenn ein Kind emotional vernachlässigt wurde. Es wird größte Schwierigkeiten haben, eine eigene Identität zu entwickeln. Es ist wie eine leere Hülle, das den anderen spiegelt, was sie hören und sehen wollen, um von ihnen gemocht zu werden. Es hat es nicht anders gelernt. Es ist ein Schutzmechanismus. Denn es wäre vernichtend, nicht anerkannt, gemocht und verstanden zu werden - oder gar "erkannt" zu werden, dass sich hinter der angepaßten Maske ein gefühlt nichtsnutziges Elend verbirgt.

Gottseidank habe ich in all den Jahren immer mehr gelernt, zu mir selbst zu stehen. Manchmal schwächle ich noch an gewissen Punkten, aber grundsätzlich kämpfe ich immer mehr darum, meine Bedürfnisse anzuerkennen. Auch wenn diese nicht "gesellschaftskonform" oder "Mainstream" sind. Ansonsten würde ich immer noch acht Stunden im Büro sitzen und den Wunscherfüller für einen narzißtischen Chef spielen.

Seine eigenen Bedürfnisse anzuerkennen, die eigene Persönlichkeit entdecken und schätzen zu lernen, auch wenn sie nicht der Wunsch-Identität entspricht, die wir gerne hätten oder manchmal nach Außen tragen - das ist elementar!

Was passiert denn, wenn ich überangepaßt bin, es den anderen recht mache, um im Gegenzug dafür Anerkennung, Bewunderung oder Zuneigung zu erhalten? Es ist FAKE. Es ist ein ganz übler Betrug. Ein doppelter Betrug: Auf der einen Seite ein zerstörerischer Selbstbetrug (der sich auf Dauer eh nicht aufrecht erhalten läßt) und auf der anderen Seite ein manipulativer Betrug des Gegenübers. Ich mache mich damit abhängig von dem Wohlwollen der anderen, ich schöpfe keine Kraft aus mir selbst - und wenn ich im Stich gelassen werde, bleibe ich als leere Hülle zurück. Ein Nichts. Ein trauriges, einsames, unerfülltes, leeres NICHTS.

Und genau deswegen sollte die Selbstfürsorge noch wichtiger sein als Zähne putzen, Geld verdienen, Spaghetti essen, wilden Sex haben (wobei nix davon verkehrt ist, und durchaus Teil der Selbstfürsorge sein kann.... ;-)).

Voraussetzung dafür ist, sich die wichtigen Fragen zu stellen: "Wer bin ich eigentlich?" - "Was spüre ich?" - "Wie geht es mir gerade?" - "Was brauche ich?" - "Was kann ich für mich tun?".

Und dann das nachzuholen, was die eigenen Eltern versäumt haben... das kann zur echten Lebensaufgabe werden.

15. März 2017

Philosphisches am Mittwoch.



"Wie die Sonne nicht auf Lob und Bitten wartet, um aufzugehen,
sondern eben leuchtet und von der ganzen Welt begrüßt wird,
so darfst auch Du weder Schmeichelei und Beifall brauchen,
um Gutes zu tun.

Aus Dir selbst heraus musst Du es tun:
Dann wirst Du wie die Sonne geliebt werden."

-Epiktet


Die alten Griechen... die hatten's einfach drauf. Doch was, wenn Du gerade nichts zu geben hast, weil Du einfach leer bist? Wenn Deine Sonne aus sich heraus nicht so hell strahlen kann, wie Du das gerne möchtest? Dann tu nicht so, als würdest Du strahlen oder benutze andere, um Dich in ihrem Glanz zu sonnen. Akzeptiere, dass es gerade schattig ist und schau, wie Du selbst - aus Dir heraus - wieder Kraft und Energie schöpfen kannst. Denn nur wer in Fülle ist, kann aufrichtig geben.

14. März 2017

Ändere Dich nicht, entspanne Dich!


Manchmal scheint es ja, es lebten wir in einem Zeitalter, wo einfach alles möglich ist. Nunja, an Möglichkeiten mangelt es tatsächlich nicht. Wir können uns (theoretisch) entfalten bis zum Geht-Nicht-Mehr. Wir können an Talentshows teilnehmen, selbst wenn wir kein Talent haben (davon leben diese Shows letztendlich), wir haben allein via Internet fast unbegrenzten Zugang zu Wissen. Wir können Sprachen und Klavier spielen lernen. Ausdruckstanz. Fingerfarben. Orientalisches Kochen. Nacktbaden. Die Welt steht uns offen. Wir können sein, wer immer wir sein mögen. Wir haben die Kraft zur Veränderung! .... Wirklich???

In dem hoch interessanten SPIEGEL-Artikel "Die Ratio allein bewegt überhaupt nichts" sagt der Hirnforscher Roth, dass die Fähigkeit sich zu ändern bei höchstens 30% liegt:

"50 Prozent ist frühkindliche Prägung, der Rest gesellschaftliche Determination plus etwas, was wir noch nicht wissen."

Dem fügt mein persönlicher Held Richard David Precht hinzu:

"Angeboren ist das Temperament. Das können wir auch am allerschwersten ändern. Wer vom Temperament her zu Depressionen neigt, dem hilft keine Vernunfterkenntnis, die sagt: Melancholie bringt doch nichts. Das Einzige, was dieser Mensch lernen kann, ist, intelligenter mit der Melancholie umzugehen. Man kann seine Schwächen kultivieren, man kann über sie schmunzeln oder sogar lernen, über sie zu lachen. Viel mehr kann die Ratio nicht bewirken."

Ist es nicht schön, einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden? Um den Kampf gegen die Windmühlen endlich aufzugeben, und mit den Stürmen des Lebens einfach gelassener umzugehen? Zu akzeptieren, dass aus einer Patricia Blanco einfach keine Beyoncé werden kann? Und dass aus mir keine Rampensau mehr wird, sondern ich mich weiterhin lieber mit meinen Büchern auf die Sofaecke verkrümel? Ist es nicht die komplette Energieverschwendung, gegen die eigene Natur anzukämpfen?

Ich will damit nicht behaupten, dass wir jetzt einfach die schokoverschmierten Pfötchen in den Schoß legen und einfach gar nichts mehr machen sollen. Da sind ja noch die maximal 30%. Und darum geht es: Sich in einem realistischen Rahmen zu bewegen ("begrenzter Spielraum" wie Precht es nennt). Und nicht sich ständig selber das Messer in den Rücken zu jagen oder sich permanent aus der Komfortzone zu peitschen.

Selbstakezptanz. Auch die nicht so rosigen Seiten annehmen. Wirst sie eh nicht los...

"Die Illusion der Veränderbarkeit ist ein sehr wichtiges Lebenselixier bei uns Menschen. Die meisten Menschen glauben, sich viel mehr verändern zu wollen, als dass sie dies tatsächlich anstreben. Die Beharrungskraft unserer Identität ist sehr hoch. Wir stellen uns manchmal vor, ganz anders zu sein oder auszusehen, wir wären manche Probleme gern mal los. Aber wenn wir tatsächlich so anders wären, wären wir nicht mehr wir beziehungsweise "ich"." - Precht

Man beachte in diesem Zusammenhang auch die verblüffenden Studien über Zwillinge, die getrennt voneinander aufgewachsen sind und im Alltagsverhalten frappierende Ähnlichkeiten aufweisen! Hat mich extrem gefesselt. Da frage ich mich doch, wozu der Aufriß in Sachen Selbstoptimierung und stoße fröhlich mit meinen Genen an bei einer Tasse Darjeeling.

13. März 2017

Die Zukunft der Arbeit.


Mal wieder der Herr Precht. Ich bekenne, dass ich ein großer Fan bin. Genauso wie ich eine große Befürworterin des Bedingungslosen Grundeinkommens bin. Die Stimmen hierfür werden lauter und vielzähliger. Aber wird es jemals umgesetzt? Was passiert mit diesem Land, wenn tatsächlich jeder zweite Arbeitsplatz wegfällt? Und was passiert mit den plötzlich unfreiwilligen Freifrauen und Freiherren? Hier kommt das Thema Grundeinkommen ins Spiel.

Interessante und spannende Gedanken und Impulse, besonders zum Thema Auto: Autos, die 90 % der Zeit nur irgendwo geparkt stehen... die Zukunftsvision sieht anders aus; aber seht und hört selbst:

"Wie muß eigentlich eine Gesellschaft aussehen,
in der für die Hälfte der Menschen kein Job mehr da ist?"



12. März 2017

(Mal wieder ein) Wort zum Sonntag.



"I realized learning to be alone
and loving yourself enough
to enjoy your own company
was one of the most fulfilling
and fundamental things
I could have ever done for myself."
-Shahida Arabi


Es ist herrlich. Der Winter ist vorbei. Die Sonne scheint. Die Bäume schlagen aus. Bald fängt die Nase an zu laufen (und ich auch, weil Spazierengehen wieder mehr Spaß macht). Balkonien ist erobert. Alles ist hell und leicht. Ich liebe den Frühling. Wie eine Tankstelle für die Seele.

Viel zu bloggen gibt es gerade nicht. Weil es entweder zu persönlich oder zu verwirrend ist. Also lasse ich es einfach. Und erfreue mich am Aufwärtstrend... (und habe schon das Spaghettieis auf meine Einkaufsliste gesetzt).

Happy Sunday!

10. März 2017

Superheldin.


Ich habe mir ganz klar das große Sofaverdienstkreuz erarbeitet: Gestern hab ich die Steuererklärung für 2016 gemacht. Meine komplexeste Steuererklärung EVER, mit ein paar Monaten Krankengeldzahlung, einem Monat Arbeitslosengeld, meiner Abfindungszahlung (in Anwendung der Fünftelregelung), meine Nebentätigkeit als Immobilienberaterin und dem üblichen Kleinkram. Dann noch die ganzen Belege kopieren und alles eintüten. YAY! Es ist vollbracht. Bin die große Steuerheldin (obwohl ich davon null Ahnung habe, aber dafür ein super Online-Programm).

Und die heutige Tagesaufgabe: *Steuerklärung-zur-Post-bringen* ist auch soeben erledigt. Jetzt kann ich voll und ganz der Krimilesefreude frönen. Und falls sich die Sonne noch etwas mehr blicken läßt, womöglich sogar auf dem Balkon. Das Wetter soll ja die kommenden Tage sehr schön werden. Juhu. Das wird fein.

Nächste Woche wird dann spannend. Der letzte Termin bei meiner Sozialberaterin (*schluchz*) und der Termin beim Psychiater wegen Klinik und Pipapo, am gleichen Abend dann noch Therapiegruppe mit der neuen Therapeutin. Das wird ein echt anstrengender Tag, aber alles wichtig :-).

Dann hoffe ich mal, dass wir alle schön die Sonne am Wochenende genießen können!
Lasst es euch gut gehen... ich mach das auch.

9. März 2017

Ätsch.


"Und jetzt klopfen Sie sich mal ordentlich auf die Schulter, und sagen:
Ich habe immer gekämpft zu funktionieren, und jetzt funktioniere ich immer noch nicht!"
(*ätsch*)

Die neue Therapeutin ist einfach klasse. Sie akzeptiert und unterstützt mich in meinem Anderssein. In meinem Ich-Selbst-Sein. Es wird Zeit, falsche Glaubenssätze aufzugeben, alte Wunden zu heilen und giftige Verstrickungen zu lösen.

Schon jetzt habe ich nicht mehr dieses Gefühl, mit der Freiheit überfordert zu sein. Das entsprang offenbar nur wieder dem Gefühl es dem Außen recht zu machen. Nicht gut genug zu sein. Wie eine große Last ist das von mir gefallen. Freifrau sein fühlt sich wieder richtig und gut an. Kein blinder Aktionismus mehr.

Zwar gibt es noch viel aufzuarbeiten. Aber die Richtung stimmt jetzt! Das tut so gut. Endlich fühle ich wieder so etwas wie Gelassenheit.

Dass morgens die Vögelchen zwitschern, die Tage länger und milder werden ist die perfekte Ergänzung dazu (auch wenn es jetzt gerade regnet).

7. März 2017

Warum mein Bad wie im Puff riecht.


Ich cashbacke seit geraumer Zeit. Ihr auch? Früher hab ich da nie drauf geachtet, wenn auf Produkten so ein Label war "Gratis testen". Inzwischen finde ich das total witzig, weil ich so kostenlos Sachen ausprobieren kann, die ich mir entweder eh gerne gekauft oder im Traum nicht dran gedacht hätte.

Ich kann gar nicht aufzählen, was ich alles dadurch schon gratis getestet habe. Shampoos und Haarkuren von L'Oréal, Cremes von Olaz, Waschmittel von Dash und Lenor, alkoholfreies Bier, jede Menge Schoki von Ferrero, Frischhaltebeutel, Marmelade, Tomatensoße und weiß der Geier was noch.

Gestern - als ich eh unterwegs war zur Bibliothek - habe ich einen Abstecher zu Rossmann gemacht und mir Shampoo von Syoss, feuchtes Toilettenpapier von Tempo, Feuchtigkeitsfluid von Olaz und ein Automatikspray von glade in der Duftnote "Cotton" mitgenommen. Alles Cashback. Und jetzt riecht mein Bad wie im Puff. Ich gestehe: Dies wird definitiv kein Nachkaufprodukt. Wohingegen ich von dem Klassiker von Olaz ausgesprochen angetan bin. Hätte ich so nie ausprobiert.

Wenn ihr euch mal informieren wollt, welche Produkte auf dem Markt derzeit zum kostenlosen Testen angeboten werden, empfehle ich euch die Seite von Sparwelt. Und ganz wichtig: Nie vergessen, den Kassenbon mitzunehmen! *g*

Hier noch meine Beute aus der Bibliothek *freu-freu-freu*:

Der "Freitags-Thriller" war leider verliehen, den kann ich aber über die Onleihe lesen. Den Samstag hab ich mir sicherheitshalber auch gleich mitgenommen. Ich bin süchtig nach dieser Thriller-Serie... Mit dem Mittwoch bin ich heute dann durch, der Donnerstag kann kommen *hihi*.

4. März 2017

Easy.


Am Samstag hatte ich für etwa eine Minute ein kryptisches Posting veröffentlicht, das ich gleich wieder rausgenommen hatte. Das hatte irgendwie nur für mich selber Sinn gemacht. Also unterschlage ich dieses Thema, obwohl es für mich richtungsweisend ist. Und zwar absolut in die richtige Richtung. Jetzt werde ich schon wieder kryptisch, sorry.

Momentan scheint es fast so, als poste es sich leichter, wenn die Abgründe tief sind. Läuft aber ganz gut gerade, offenbar habe ich deswegen nichts zu erzählen (oder nur kryptisches, das hier nix verloren hat).

Ich wollte einfach nur ein kurzes Lebenszeichen absetzen. Es geht mir gut, und es geht voran. Den Widerspruch an die Krankenkasse wegen Chiemsee hab ich verschickt, vielleicht wird es ja doch noch was...

Und die Moral von der Geschicht' (versteht jetzt wahrscheinlich auch wieder keiner): Wenn irgendwas nicht stimmt, dann stimmt es auch nicht. Und wenn Du zum Teufel komm raus feststeckst und einfach nicht weiter kommst: Vertraue Deinem Bauchgefühl. Und suche weiter. Suche immer weiter, bis sich Puzzleteil für Puzzleteil zusammen fügen und plötzlich das gesamte Bild vor Dir liegt. Und dann denkste erst: OHA! Und dann AHA! Und weißt, was da nicht gestimmt hat und dass es jetzt vorwärts geht. Und das ist richtig gut!

1. März 2017

*habenwill*


Im Beisein von bestimmten Menschen bin ich nicht depressiv, sondern fröhlich. Heute hatte ich Besuch von so einem Menschen (ich weiß, Du liest das jetzt). Da werde ich gesehen, gehört und verstanden. Das ist so einfach. Und dann lachen wir über Blödsinn (*ich-lasse-mir-ein-Gesichtstattoo-machen*) und so. Und dann erzähle ich auch von meinem "Leiden" und frage: "Was soll ich denn jetzt tun?" - Weiß er auch nicht. Aber das ist okay, und dann lachen wir halt wieder. Wenn's nur immer so einfach wäre.

Was ist das nur für eine Sch*** mit dem Leiden? - Die liebe Alex hat mich auf ein Buch von Cheri Huber aufmerksam gemacht ("Leiden ist Deine Entscheidung"), und in der Leseprobe fand ich DAS hier:


Auweia. Das kann ich so echt unterschreiben. Ich weiß ziemlich genau, was ich haben will und was ich NICHT haben will. Aber Wunschkonzert und Ponyhof sind nun mal fernab jeglicher Realität. Und die rosa Einhörner sind wahrscheinlich noch weit vor den Dinosauriern ausgestorben.

Ich hatte schon immer den Verdacht, dass viele Probleme selbst gestrickt sind. Vom Verstand und der Vernunft her weiß ich das alles. Da bin ich sooooooooo schlau! Nennt mich "The Brain", aber emotional manchmal auf dem Stand eines trotzigen Kleinkindes. Daher immer wieder diese nervige Frage: "Was soll ich denn jetzt tun?".


JAJAJA! Das MUSS in Ordnung gebracht werden. Meine Rede! - Ups, das ist also ein Holzweg. Und nun? "Was soll ich denn jetzt tun?". Mich dem Leiden widersetzen wäre ja kontraproduktiv. Vielleicht sollte ich mit dem Leiden auf dem Sofa chillen und ihm einen Darjeeling anbieten? Komm her, Du Jammerläppchen, ich wickel Dich in meine Kuscheldecke... ❤ - Ansonsten geh ich mir halt das Gesichtstattoo machen lassen!