.

.

31. Januar 2017

Anderer Blickwinkel.


Minimalismus kann – je nach Sichtweise und Definition – für jeden etwas komplett anderes bedeuten. Für den einen ist Minimalismus eine Capsule-Wardrobe mit 10 ausgewählten Teilen, die untereinander kombiniert werden, für den anderen, dass er einfach nur mal gründlich ausmistet, für den nächsten, nur noch hundert Teile zu besitzen.

Warum eigentlich hundert Teile? Warum nicht 99 (gerade noch zweistellig!) oder 108 (heilige Zahl in vielen fernöstlichen Kulturen).

Spätestens, wenn die Frage, ob Socken einzeln oder als Paar gezählt werden, hitzig diskutiert wird, wird’s für mich leicht albern und der Minimalismus zum Selbstzweck. (Was mache ich wenn ich die Socken als Paare zähle und meine Waschmaschine mal wieder einen einzelnen Strumpf frisst? Hilfe!)

So habe ich mich zwar vom Ausmistfieber anstecken lassen – und, ja, da gab und gibt es viel zu tun – jedoch wird mein Weg nicht der sein, auf Teufel-komm-raus zu reduzieren, einen Großteil meiner Klamotten wegzuwerfen und bei Bedarf einfach wieder neu anzuschaffen - nur um mich an der freien Fläche im Kleiderschrank zu erfreuen. Das halte ich weder ökologisch noch ökonomisch für sinnvoll, da in diese Teile ja nicht nur mein sauer Verdientes, sondern auch jede Menge wertvolle Rohstoffe und Arbeitskraft geflossen sind.

Ich erwarte mir vom Minimalismus, dass er mir das Leben einfacher macht – also, dass er mir dient und nicht ich ihm. Wozu (neben einer erleichterten Haushaltsführung) ganz entscheidend gehört, dass ich weniger Geld verdienen, sprich: weniger arbeiten muss!

So hat es sich für mich z. B. bewährt, haltbare Lebensmittel und Pflegeprodukte zu bunkern (Sonderangebote!), um die Anzahl meiner Einkäufe minimalisieren zu können… und wenn ich weniger aus dem Haus muss, macht das nebenbei auch gleich noch den Intro in mir sehr glücklich! ;o)

30. Januar 2017

Sei doch einfach großartig!


Kennt ihr noch die Nummer mit dem positiven Denken und den Post-Its, die man an jedem Spiegel und in jeder sichtbaren Ecke aufhängen soll mit pfiffigen Botschaften im Sinne von "Es geht mir jeden Tag besser und besser"?

Jaaaaa, das geht auch stylisher. Also los jetzt: Die Bilder drucken, ausschneiden, ab in den IKEA-Rahmen und schön in der Wohnung verteilen und die eigene bedingungslose Großartigkeit ordentlich abfeiern! YEEEE-HAAAA!

Mein Lieblingsspruch ist absolut der mit dem großartigen Schwitzen und Atmen. Kann ich beides echt supergut.





Viel Freude damit!
Und immer schön großartig sein,
vor allem beim Schwitzen, Sitzen und Atmen...

Die Sprüche sind aus dem Gaming-Programm "Superbetter",
die Designs von Canva.

Pyjamaträume.


Ich werde wohl nie diesen Moment vergessen, als ich im Büro saß, mich mit der lieben Kollegin gepflegt gelangweilt hatte (zu den besten Zeiten haben wir "Schiffe versenken" gespielt) und davon geträumt habe, daheim auf dem Sofa (oder im Bett) zu liegen, einen Doris Day Film zu schauen bei einer Tasse Tee und Keksen. (Ich hab das glaub ich schon mal erzählt.) Nunja, Ziel erreicht!

Mit der täglichen Pyjamaoption ist es hingegen wichtig, das auch immer wieder aufs Neue schätzen zu lernen - und gleichzeitig darauf zu achten, auch Kontrapunkte zu setzen.

In einem Tagebuch habe ich meine Liste aus der Reha vor zwei Jahren gefunden, wo ich aufgeschrieben hatte, worauf ich mich zuhause freue. Das sind alles Sachen, die ich jetzt wieder täglich habe, aber damals schmerzlich vermißt habe:

  • schöneres Wetter (dort war es immer 5 Grad kälter als daheim)
  • ebene Wege und entspanntes Spazieren (die Klinik lag auf einem Berg)
  • Einkaufsmöglichkeiten (quasi nicht existent)
  • Menschen, die mich verstehen und mögen
  • Blumen (s. o. mangelnde Einkaufsmöglichkeiten)
  • Kerzen (waren verboten)
  • WLAN
  • mein großes Bett
  • Essen und trinken, was und wann immer ich will (Schwarzer Tee, Cola Zero, Sushi)
  • Schöner Wohnen
  • Fotografieren
  • Auto fahren
  • Onleihe

Das klingt alles ziemlich banal, aber ich war da wirklich so ziemlich am Arsch der Welt und ohne Auto aufgeschmissen. Und es gab nur ein paar wenige Leute, mit denen ich eine Wellenlänge hatte. Immerhin war ich so clever, meine Kuschelheizdecke mitzunehmen.

Wie schnell vergißt man das alles. Es ist wirklich sehr heilsam und hilfreich, die Dinge wieder und wieder schätzen zu lernen. Aber mehr wie ein Geschenk. Denn alles ist vergänglich. Nichts ist selbstverständlich.



Cartoon by Sarah Andersen

29. Januar 2017

Sei schöpferisch.


Als ich gestern mit meinem Hund den sonnigen Morgen in der Natur genossen habe, trafen wir eine Nachbarin, die gerade vom Arzt kam. Einige Tage zuvor war sie (wie üblich) so erschöpft von ihrem Bürojob heimgekommen, dass sie nur noch in der Lage war, sich mit einer Wärmflasche ins Bett zu legen – um am nächsten Morgen mit Verbrennungen dritten(!) Grades an der Wade aufzuwachen.


Was mich fassungslos mit der Frage zurückließ: Warum wird das Arbeiten bis zur totalen Erschöpfung (wohl gemerkt: nicht im Steinbruch, sondern im Büro!) in dieser Gesellschaft als das Normale, ja sogar als etwas, auf das man stolz ist, angesehen? Warum ist es undenkbar, die Arbeitszeit auf 30 (oder besser: 20) Stunden zu senken?

Natürlich liegt es zu großen Teilen an den Arbeitgebern, die nicht dazu bereit sind, neue Jobmodelle anzubieten – oder überhaupt einen Stundenlohn, von dem man leben kann, ohne Überstunden und einen Zweitjob. Keine Frage!

Aber nicht nur.

Nein, die Frage, die sich oft stellt, ist, was man denn, um Himmels willen, mit der ganzen Freiheit anfangen soll… wenn man so auf sich selbst zurückgeworfen ist…

Einen schönen Gedanken habe ich gerade in dem Buch
„FREIHEIT – Der Mut, Du selbst zu sein“
von meinem guten alten Osho gefunden:


Die Menschen haben in Wahrheit große Angst vor der Freiheit, auch wenn sie alle von Freiheit sprechen. Meine eigene Erfahrung ist, dass sich nur sehr wenige Menschen wirkliche Freiheit wünschen, denn unbewusst ist ihnen klar, dass die Freiheit viele Probleme mit sich bringt, mit denen sie sich nicht auseinandersetzen möchten. Lieber bleiben sie in ihrer gemütlichen Gefangenschaft.“

Freiheit muss eine kreative Kraft in deinem Leben werden […]
Nun, da du nicht mehr im Gefängnis bist, stehst du unter freiem Himmel, doch du fühlst dich verloren. Vielleicht ist dir bisher nie klar gewesen, dass es einen Grund gibt, warum ein Gefangener gefangen bleibt. [...] Sie tolerieren ihr Gefängnis, weil sie keine Verantwortung haben, solange sie gefangen sind; sie müssen nicht zu Schöpfern werden; sie müssen keine positive Seite für ihre Freiheit finden.

[…] Meine eigene Erfahrung ist, dass das Leben leer und traurig bleibt, solange man nicht auf irgendeine Art und Weise schöpferisch wird. Nur schöpferische Menschen sind wirklich glücklich. Dabei kann es sich einfach darum handeln, mehr Bewusstheit, mehr Wahrheit, mehr Glückseligkeit zu erreichen. Es kann sich um eine innere Kraft der Kreativität handeln oder um eine äußere.“

Das Buch, das Du schon immer schreiben wolltest…, das Kleid, das genäht, der Pulli, der gestrickt werden will…, die neue Maltechnik…, die regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis…, das selbst gezogene Gemüse…

Schöpferisch sein, statt konsumieren - schaffe Dir jetzt die Freiheit dafür… 

28. Januar 2017

Über die Freiheit.


Freiheit ist mir total wichtig, das betone ich ja immer wieder. Aber weiß ich überhaupt, wie Freiheit geht? Keiner hat mich darauf vorbereitet. Erst der Minimalismus, der mich von vielem Ballast befreit hat und einen sehr gut organisierten Haushalt hinterließ, dann der Ausstieg aus dem Hamsterrad. Das schafft alles ganz viel Raum..... und Leere. Huch! LEERE! Das macht erstmal ganz schön Angst, weil sich dann unbequeme Fragen aufdrängen. Wir sind es gewohnt, immer beschäftigt zu sein. Meist fremdbestimmt, aber beschäftigt. Und dann stehste plötzlich da, und fragst Dich: "Was jetzt?"

In so einem Unruhemoment  hab ich spontan zu einem Buch aus meinem Fundus gegriffen, das ich mir vor einiger Zeit mal gebraucht gekauft hatte. Schlug irgend eine Seite auf und landete offenbar ganz genau an der richtigen Stelle. Und plötzlich waren meine Gedanken wieder klar und meine Gefühle ruhig.

"Sie sind nicht verrückt, sondern herausgerückt und abgerückt von der Einbindung in die übliche soziale Struktur. Jetzt sind Sie auf sich ganz allein gestellt! Sie sind völlig unabhängig, und das führt zu einer Leere, die Ihnen bisher nie bewußt wurde. Jetzt tritt sie in den Vordergrund; das ist eine enorme Herausforderung. Deshalb ist verständlich, dass Sie diese unerwartete Freiheit nicht genießen können, denn es besteht ein unerklärliches Vakuum zwischen realer Freiheit und dem Genuss dieser Freiheit, und zwar aufgrund des Ideals dieser Sehnsucht. Sie sind vor eine neue Herausforderung gestellt, über die niemand spricht, und so konnten Sie nicht darauf vorbereitet sein, was jetzt auf Sie zukommt. Das ist positiv, denn jetzt beginnt etwas Neues... das ist das Abenteuer der Freiheit...

Während wir uns nach Freiheit sehnen, weil wir gebunden und gefangen sind, meinen wir genau zu wissen, wie man sich in Freiheit zu verhalten hat. Wenn die Unfreiheit wegfällt, und wir tatsächlich frei sind, betreten wir aber neues Land, und es entsteht auch eine Angst, völlig zu Recht. [...] Die Unfreiheit ist geregelt. Darunter haben wir gelitten und darüber geschmipft. In der Freiheit gelten diese Regeln nicht mehr. [...] Die alten Bedeutungen fallen in sich zusammen, aber die neuen Bedeutungen sind uns noch fremd."

Ach, ich könnte noch endlos weiter zitieren. Jeder Satz trifft es genau auf den Punkt. Der Autor spricht von dem Erwachen "aus einer Trance des Kreislaufs der Gewohnheiten". Diese Gewohnheiten und der feste Rahmen, den ich vorher hatte, boten ein großes Maß an Sicherheit. Deswegen habe ich in der neu gewonnenen Freiheit immer wieder versucht, eine Struktur in mein Leben zu bekommen. Das schien einfacher, als sich der Leere hinzugeben. Der Traum von der Freiheit, während ich mir auf dem Bürostuhl acht Stunden lang den Hintern platt gesessen hatte, ist nicht identisch mit der realen Freiheit, mit der ich konfrontiert werde, seit ich plötzlich losgelöst von (fast) allem bin.

Wie sollte ich das auch auf Anhieb können? Keiner hat mir erklärt, wie Freiheit geht - so im Alltag, und nicht während drei Wochen Urlaub auf Mallorca. Ein Leben lang in einem fest gesteckten Rahmen verbracht, der nun gesprengt ist. Huch! Es gibt ja auch wenig Vorbilder, die ähnlich leben. Zumindest nicht greifbar in nächster Nähe. Da bin ich ganz allein auf mich gestellt. So viel Raum, so viele offene Möglichkeiten - aber müssen diese überhaupt genutzt werden? Geht es darum, wieder alles vollzupacken, aus Angst etwas anderes spüren zu müssen? Die gleiche Unfreiheit wie vorher wieder leben, nur in einem anderen Rahmen? Das kann es ja auch nicht sein.

Die Lösung liegt offenbar auch hier wieder im Jetzt. Das Spüren des Augenblicks, losgelöst von Vergangenheit und Zukunft. In Sinneserfahrungen anstatt in der Hirnwichserei. Lernen, wie Freiheit funktioniert. Und ich bin noch ganz am Anfang dieses Weges...

Die zitierten Textstellen entstammen aus diesem wundervollen Buch:


"Viele leben unter der Belastung von Stress, Angst und Depressionen. Der Weg zu Selbstverwirklichung, Kreativität, Gelassenheit, Liebe und Glück scheint in weiter Ferne zu sein. Doch ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit ist möglich: Peter Lauster, der bekannte Psychologe, zeigt in ganz elementaren und nachvollziehbaren Schritten, wie wir den selbstgebauten Fallen ein Schnippchen schlagen können: Wenn wir keine Angst mehr vor unseren Ängsten haben, werden wir auch nicht mehr ihr Opfer. Versagens- und Existenzängste sollten daher nicht verdrängt, sondern angenommen und integriert werden. Bewußte Phasen des Alleinseins und das Bejahen der eigenen Liebesfähigkeit sind weitere Stufen in unserem individuellen Reifeprozess. In diesem einfühlsam und sensibel geschriebenen Buch führt Peter Lauster anhand vieler Fallbeispiele und Erkenntnisse aus seiner psychotherapeutischen Praxis dem Leser die Grundlagen eines authentischen und befreiten Lebens anschaulich und konkret vor Augen."

Ich wünsche ein entspanntes Wochenende!

27. Januar 2017

Introducing.... Alex!


Namaste!

Mein Name ist Alex,
ich bin bewegungsfreudige Couchpotato,
gesundheitsbewusste Schokoholikerin,
unkrautliebende Gärtnerin,
Actionserien-schauende Yogalehrerin
… also unschubladisierbar.


Als Gastbloggerin von Brittas gemütlichem Sofa aus möchte ich euch künftig Einblicke in meine Yogapraxis, vegane und ayurvedische Ernährung, interessante Bücher und so einiges mehr geben.

Gute Wünsche für den Tag!


26. Januar 2017

Dry brush - will auch!


Wieso entdecke ich das jetzt erst? Portraits in einer sensationellen Technik. Super Effekte und viel schneller als mit dem Bleistift gezeichnet. Erstmalig bin ich über den japanischen (?) Instagram-Account "Akira Art Style" darauf gestoßen und hab mich schwerst gewundert, was da abgeht.

Ich will das auch können! Meine Bleistiftportraits haben immer ewig gedauert, vor allem die Schattierungen (und oftmals sahen die nie so weich aus, wie ich mir das gewünscht hätte).

Allerdings kommt es mir so vor, als müßte ich damit bei NULL anfangen. Ich bin bislang die totale Pinsel-Legasthenikerin. Bei dieser Technik darf ich auf gar keinen Fall daran denken, dass ich mit Pinsel und Ölfarbe (*AHHHHHHH*) hantiere. Am besten stelle ich mir vor, dass ich das Gesicht quasi schminke - so wie Contouring mit Pinsel und Puder. Vielleicht hilft das.

Jetzt muß ich mir unbedingt das Material besorgen (Pinsel, schwarze Ölfarbe, Knetradierer und Nähmaschinenöl). Und dann fange ich babyklein erstmal damit an, einen skizzierten Apfel zu schattieren, bevor ich mich auf Portraits loslasse. Oh, ich bin ja soooo gespannt, ob das was wird.

Man arbeitet nur mit einem Miniklecks Ölfarbe (die man offenbar etwas mit dem Nähmaschinenöl verdünnen muß), arbeitet dann mit einem trockenen Pinsel, streicht überflüssige Farbe auf einem Küchentuch aus und fängt an ganz zart zu schattieren. So viel zur groben Theorie.

Für die Portraits würde ich Details wie Augen und Lippen (erstmal) lieber mit Bleistiften ausarbeiten, da bin ich Angstschisser. Ich kann mir nicht mal annährend vorstellen, wie das mit Pinsel gehen soll *Schweißausbruch*.

Seht selbst:


Das ist unfaßbar! Okay, der Typ ist Künstler. Keine Frage. Einfach nur faszinierend... Brauche ganz dringend die Materialien. ICH WILL DAS KÖNNEN! Das bedeutete üben-üben-üben. Klingt ja richtig nach einer großen Aufgabe... huiiiiii.


Bei amazon habe ich auch zwei Bücher zum Thema gefunden. Überlege noch, ob ich die auch brauche. Spätestens nach einem mißglückten Erstversuch bestimmt...


PS: Sorry für den TV-Tipp gestern. Ich fand den Film doof.

25. Januar 2017

TV-Tipp für heute Abend.


Liebe Kulturinteressierte,

um das nach Niveau zwischen Putzteufeln, Messies, Dschungelbewohnern und dem künftigen Bachelor kurzzeitig wieder anzuheben, empfiehlt es sich, heute mal einen Blick in das Abendprogramm von ARTE (wo sonst?) zu werfen:


Nachdem sich die ungleichen Brüder Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody)
und Jack (Jason Schwartzman) nach dem Tod Ihres Vaters auseinander gelebt haben,
soll sie das Erlebnis einer gemeinsamen Zugreise durch Indien wieder vereinen.

Der Trailer macht mir ein bißchen Angst. Was wird das wohl werden - der (gescheiterte) Versuch einer spirituellen Reise durch Indien? Gibt dabei aber bestimmt schöne Bilder zu sehen.

Zufällig habe ich mir heute eine große Packung Darjeeling gekauft. Da gibt es dann passend zum Film eine kleine Teezeremonie (eventuell mit schlaffördernden Snacks, mal sehen).

Wünsche schon mal vorab einen schönen, niveauvollen Abend!

Sekundenschlaf durch Snacks.


So, nach der ersten Tasse Tee des Tages geht der Trend dann doch unweigerlich zum Zweitposting, diesmal mit Text.

Ursprünglich hatte ich ja bereits einen fluffigen Beitrag über Intermittierendes Fasten geschrieben, das ich gerade ausprobiere ausprobiert habe. Leider haben sich die Ereignisse zwischenzeitlich überholt, indem mir gestern Abend ein hochkalorischer Snack - der nicht näher benannt werden will - in die vor Hunger zittrigen Hände fiel.

Ich hatte erst auf RTL2 (!!!) diese Sendung Putzteufel meets Messie geschaut, (mega, genau mein Ding), um dann ins Dschungelcamp überzusiedeln. Am spannendsten finde ich immer die Entscheidung, wer rausfliegt. Als ich auf dem Sofa die Augen aufschlug und Sigmar Gabriel auf dem Bildschirm sah, wurde mir dann doch relativ schnell klar, dass da irgendwas schief gelaufen sein muß. Ich habe also ausgerechnet die Minuten der Entscheidung verschlafen und war direkt ins Nachtjournal katapultiert worden. Da war ich wohl ins Snack-Koma gefallen, wie blöd.

Ich weiß noch nicht, ob ich versuche, wieder ins IF einzusteigen. Meine Frustrationstoleranz ist bekanntermaßen nicht sonderlich ausgeprägt *g*. Mein Feingeist derzeit offenbar auch nicht... RTL2... Dschungelcamp... Snacks... fehlen ja nur noch das Feinrippunterhemd und die Bierflasche! *gnihihi*

Und die Moral von der Geschicht': Es kommt immer anders als man denkt und Snacks verursachen Sekundenschlaf.

Die Kunst des Weglassens.


Die Kunst des Weglassens:
Heute lasse ich mal den Text weg....
Das Bild spricht für sich.

24. Januar 2017

Nimm mir bloß nicht die Butter vom Brot!



Die einen haben eine teure Uhr, die anderen haben Zeit. 
Die einen fahren Passat, die anderen fahren um die Welt...

- Wolf Küper

Ich frage mich immer wieder, woher diese Angst kommt, dass Aussteiger auf Kosten anderer leben oder gar "schmarotzen". Diese schreckliche Angst, ich müßte eine Millisekunde am Tag meine kostbare Lebenszeit, ach nee: Arbeitszeit für jemanden opfern, der gerade seine Kartoffeln selbst anbaut. Ein wertvoller Wimpernschlag, während ich im Büro im Internet surfe (und bei amazon was bestelle, das ich gar nicht brauche). Wen jucken schon Rüstungsausgaben, Steuerhinterziehungen, Vorstandsgehälter, Diätenerhöhungen... Da prügel ich doch lieber nach unten.


"Die grössten « Sozial-Schmarotzer » sitzen in den Banken, die ungestraft dem Land und Steuerzahler Milliardenschäden zugefügt haben und nichts zu befürchten haben. Es ist ein Skandal dieses Staates und seiner Justiz, dass sie sich standhaft weigern, diesen Banken die Lizenz zu entziehen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Hier geht man wohl nicht zu weit, wenn man eine heimliche Komplizenschaft zwischen dem Staat und den Banken unterstellt, vor der eine weisungsgebundene Justiz kapituliert hat. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass ganze Bundesländer, die es nicht fertigbringen, ordentlich zu wirtschaften und den Steuerzahler um Milliarden von Euro bringen, mehr Schäden am Volksvermögen anrichten, als einige Steuersünder."

"In Deutschland werden den plärrenden Lobbyisten jährlich 170 Milliarden Euro an Subventionen in den gierigen Rachen geworfen. Milliarden von Euro werden in sinnlose Rüstungsprojekte gestekt. Die Beamten verschwenden laut Bericht des Bundesrechnungshofes, strafrechtlich völlig folgenlos, jährlich über 60 Milliarden Euro."

Rainer Kahni (Journalist und Buchautor)


Was steckt bloß dahinter, dass es so manchem die Tränen in die Augen treibt, es könnte ein mikroskopisches Fitzelchen vom mühsam geschmierten Butterbrot in den Händen eines angeblich faulenzenden Selbstversorgers landen? Einem, der in dieser Welt sicherlich weitaus weniger Schaden anrichtet als einer der "Big Player".


"Die größten Feinde der Freiheit
sind die glücklichen Sklaven."
Marie von Ebner-Eschenbach


Einen interessanten Ansatz habe ich im Blog "Simply feel it" von Oliver gefunden. Der gesamte Artikel ist übrigens sehr lesenswert...


"Lästere so oft wie möglich über andere -
Das beruhigt ungemein dein Gewissen. Lästere über Aussteiger, Mutige, Querdenker, Faulenzer, Schmarotzer und Träumer. Über alle, die anders sind als du. Bleibe unbedingt dabei. Du könntest ansonsten mit deinen verborgenen Zweifeln und Sehnsüchten in Berührung kommen. Insgeheim könntest du gar neidisch werden. Also bleibe lieber beim Lästern."
Nur so eine Idee........

22. Januar 2017

Raus aus dem System.


Und noch was zum Gucken...
also ich könnte das nicht, in einer Jurte leben.
Auf engstem Raum.
Für mich ziemlich gruselig.

Und dennoch bin ich fasziniert:


Das Tiny House hingegen ist richtig klasse. Eigenbau wäre auch gar nicht mein Ding. Sehr mutig. Ist richtig schön geworden. Und interessant, auf welchen Gegenwind die junge Familie mit ihrem alternativen Lebenskonzept stößt. Wieder dieses: "Warum bist Du nicht so normal wie wir alle?".

Normal..... höhö.

Lasst uns alle musizierende Ausdruckstänzer werden! (ähm, nicht wirklich... hihi)

21. Januar 2017

Zeitluxus.



"Zeit ist der größte Luxus im Wohlstand!"



Zeit, die Werte neu zu überdenken...

Komfortkauf.


Also, wenn ICH mir mal was kaufe, das nicht zum normalen Alltagsgebrauch zählt, muß ich ja auch mal davon berichten. Obwohl es einerseits dann doch wiederum zum Alltagsgebrauch gehören wird, und es andererseits kein Vermögen gekostet hat: Es sind *tädääää* ein paar SONY-Kopfhörer. Leider nicht so chic-weiße wie auf dem Foto. Hatte ich erst überlegt, oder gar rosa? Aber lassen wir die Kirche mal im Dorf: Rosa wär dann doch albern und Weiß sähe eh gleich aus wie Sau, bei jemandem wie mir, die nicht gerade minimalistisch Make-up trägt. Also langweiliges Schwarz, was dann doch immer super zum Outfit paßt. Ich bin so praktisch, ne? Und letztendlich sieht es eh keiner außer mir, da ich mit den Dinger nicht durch die Gegend stapfen werde. Nur Homewear, hihi.

Jedenfalls weile ich nach der kurzen, aber heftigen Krise wieder unter den Lebenden - und es geht mir gut. An dieser Stelle nochmal ganz lieben Dank für eure mitfühlenden Kommentare. Am nächsten Tag war ich dann einfach nur platt, nachdem meine Systeme zwei Tage eskaliert waren.

So. Und jetzt? Kann der Sommer kommen. Denn die Kopfhörer sind mein Sommerretter. Wenn der Nachbar wieder lautstark Fußball oder Countrymusik hört, sich die zwei Köter eine Kläff-Competition liefern und die Garten-Höllenmaschinen wieder röhren. Künftig bin ich dann auf meinem Balkon im Intro-Himmel mit Entspannungmusik und Hörbüchern. Immer noch die bessere Alternative, als mich aufzuregen und in Gedanken faule Tomaten rüberzuwerfen.

Könnte man meinen, ich bin ein bißchen arg früh dran. Aber weit gefehlt: Ich nutze die neuen Micky-Maus-Ohren jetzt auch für die täglichen Entspannungs-MP3s. Denn ich hab sooo winzige Öhrchen, dass mir die In-Ears nach einigen Minuten echt wehtun. Jetzt hab ich's doch viel komfortabler. (Ich wünschte, der Rest von mir wäre ähnlich zart wie meine Gehörgänge *seufz*).

Puh, und ich gestehe: So ein kleiner Komfortkauf ist ganz fein gewesen!

Minnie-Mouse wünscht ein wundervolles Wochenende...

18. Januar 2017

Mal eben zwischenzeitlich abgestürzt.


Ich bin blicke ja nun echt auf jahrelange Erfahrung in Sachen Angst und Depression zurück. Leider. Da dürfte es doch eigentlich keine großen Überraschungen mehr geben. Umso mehr hatte es mich gewundert, wie ich es geschafft habe, von einem auf den anderen Tag völlig abzustürzen.

Am Sonntag ging es mir echt prima. Ich war draußen noch spazieren, hab am Abend meine Entspannung gemacht und mich rundum wohl gefühlt. Am Montag war alles vorbei. In der Nacht einen Alptraum gehabt, mit Schwindel aufgestanden, der mich fast den ganzen Tag begleitet hat. Mein Blutdruck, der sonst immer normal ist, war zu hoch, vor allem der zweite Wert (sollte bei 80 sein, war bei mir um die 100). Ich stand völlig neben mir. War extrem gereizt und hab Heulanfälle gehabt. Hab es nicht ertragen, dass mich jemand anruft und die Familie barsch abgewimmelt. Gestern auch noch.

Was zum Geier war das? Das geht gar nicht, dass sich da so ein Angst-/Depri-Ding unbemerkt anschleicht und mich fast völlig ausknockt. Hab mich kaum außer Haus getraut. Sowas geht GAR NICHT.

Hab versuchsweise Magnesium eingeworfen und Koffein weggelassen. Heute ist es wieder okay. Blutdruck war wieder fast normal, geblieben sind Kopfschmerzen, weil ich wahrscheinlich völlig angespannt war die letzten zwei Tage.

Es frustriert mich, dass da immer wieder was kommt. So lange schon. So viel versucht. So lähmend. Andererseits beruhigt es mich, dass es offenbar nur ein zweitägiges Intermezzo war. Das hätt's nicht gebraucht.

Keine Ahnung, ob sich da unterschwellig was angestaut hatte, weil ich mal wieder "funktionieren" wollte, oder ob das Magnesiummangel war oder was Hormonelles.... weiß der Geier. Schön war's nicht. Dieses Aufrappeln ist auch anstrengend. Aber eine andere Option gibt es nicht. Von daher: Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist... ;-).

16. Januar 2017

mini habits.


Es haben sich tatsächlich zwei erfreuliche Gewohnheiten in mein Leben geschlichen:

  • täglich das Bett machen
  • täglich Tiefentspannung praktizieren
Klingt banal, macht aber mein Leben nicht unwesentlich schöner.

Ein gemachtes Bett sieht einfach immer wundervoll ordentlich aus, wie im Hotel (es sei denn, man hat olle Musterbettwäsche mit Blümchen, Teddies oder Fußballmotiven aufgezogen, da ist dann auch nix mehr zu retten). Ein ungemachtes Bett - und schon ist der Gesamteindruck des Schlafzimmers im Arsch. Früher fand ich das lästig, aber wenn die Handgriffe sitzen, ist der Zeitaufwand einfach lächerlich. Außerdem bewahrt es mich davor, in einem Anfall von Tagesmüdigkeit wieder ins Bett zu kriechen und den Tag zu verpennen...

Was das mit den "mini habits" zu tun hat? Nun, ich hab ja auch nicht von heute auf morgen täglich akkurat mein Bett gemacht. Der gute Vorsatz war - wie so oft - da, aber der Schweinehund hat geknurrt und war erstmal grundsätzlich dagegen. Dann fing ich an, zunächst nur die Kissen aufzuschütteln und die Decke zurückzuschlagen. Geschätzter Zeitaufwand: keine zwei Minuten. Und als ich das doch ansprechender fand als die zerwühlten Laken, fielen irgendwann auch die restlichen Handgriffe nicht mehr schwer. Tadaaaa - war dann im Laufe der Zeit eine neue Gewohnheit geboren. Ohne, dass ich an mir "arbeiten" mußte. Es hat sich einfach in die richtige Richtung entwickelt.

Gleiches für die Entspannung. Seit JAHREN wollte ich täglich Entspannungstraining machen, weil ich genau weiß, dass mir das gut tut und es unglaublich hilft, Streß abzubauen. Jetzt hab ich zwar nicht mehr so viel Streß wie früher, aber frei von Sorgen und Grübeleien und Verspannungen bin ich nun auch wieder nicht. Hier war die Lösung: Was finden, das mir gefällt und klein anfangen. Meditation war jedenfalls schon mal nix für mich. Progressive Muskelentspannung? Im Notfall super hilfreich, auf Dauer aber zu "körperlich". Mein heiliger Gral: Geführte Tiefenentspannung oder Fantasiereisen. Liebe ich inzwischen so sehr, dass ich das keinen Tag verpassen will. Da hat sich auch am Abend eine feste Zeit etabliert, wo ich auf der Couch liege, zuhöre und loslasse. Aktuell mag ich die Fantasiereisen von Annegret Hartmann sehr (höre ich über Spotify). Es gelingt mir selten, bis zum Ende wach zu bleiben. Ich höre immer, wie mir noch ein leises Grunzen entfährt und weg war ich. Hier kann man auch einfach mal mit 10-15 Minuten beginnen, manchmal höre ich auch länger, bis zu einer Stunde.

Meine nächste Idee ist das Thema Bewegung. Da ist meine Motivation auf dem Nullpunkt. Also dem Schweinehund was anbieten, worüber er sich schlapp lacht: Eine Runde um den Block *lachhaft*, zehn Knee-Lifts *lächerlich*, zwei Kniebeugen *willst-Du-mich-verarschen?*. Ich glaube, das könnte klappen. Die Idee mit den 10.000 Schritten täglich fand Schweini nämlich gar nicht so dufte.

Also bin ich gestern mit Schweini die paar Schritte zum Friedhof gelaufen und hab aus dem Grüncontainer dort zwei schöne große Zweige gefischt (das war offenbar Schnittgut von den Sturmschäden), könnt ihr oben auf dem Foto sehen. Fand Schweini ganz super, weil wir haben Deko besorgt, die nix gekostet hat und uns dabei unauffällig zwanzig Minuten spaziergehmäßig bewegt.

Achja, und bei Flylady bin ich auch nach wie vor am Ball. Das addiert sich ja ebenfalls so nebenher zum Bewegungsprogramm (schon mal die Sockelleisten der Küchenunterschränke geschrubbt? - Ich bin jedenfalls ins Schwitzen gekommen *g*). Wer gerne mit Babyschritten den Haushalt dauerhaft in Ordnung halten will, ist mit dieser Checkliste gut bedient.*

Ich wittere da ja fast sowas wie 'ne Aufgabe.... aber psssst... bitte keine schlafenden Hunde wecken!


*Und bevor die ersten Einwände kommen: Ja, mit Zeitluxus läßt sich das alles viel einfacher wuppen.
Wer alleinerziehend ist und Vollzeit arbeitet, kann froh sein, wenn die Einkäufe gemacht sind,
Essen auf den Tisch kommt und genug Klopapier im Haus ist. Keine Frage.

15. Januar 2017

Sommerträume


Mein persönlicher Anti-Arbeitskampf ruht heute mal. Draußen scheint die Sonne und ich träume vom Sommer - und da fällt mir doch tatsächlich die neue IKEA Sommerkollektion 2017 vor die Füße bzw. ins Auge. Wahrscheinlich gilt für mich: Nur gucken, nix kaufen. Aber die Kissenbezüge und der Outdoorteppich fixen mich extrem an. Aber ist ja noch massig Zeit bis dahin *seufz*.


Allein die Fotos lassen mich nach schönerem Wetter und Sommerfeeling schmachten. Oder wenigstens nach Frühlingsgefühlen. Allein der Anblick macht mich schon ganz glücklich. Easy Living und so. Chillen in der Sonne.


Roadtrip und Urlaubsfeeling (natürlich alles nur in meinem Kopf). Aber ich liebe die Muster total.


Chillen am Strand..... Meer... oh Meer. Lichter und Abendstimmung. Traumhaft schön.

Hach, Sommer....
Hach, IKEA... (die haben's einfach drauf)
Hach, schöne Bilder...

Nichtstun kann man sich ganz schön toll gestalten, oder? ;-)
Ich bin hin und weg.



14. Januar 2017

Inspiration zum Wochenende.


Ich will ja wirklich niemanden bekehren mit meinen Anti-Arbeits-Parolen oder meiner Ode an den Müßiggang. Es ist einfach nur mein eigenes kleines Weltbild, das ich teilen möchte. Ich würde keinem raten, seinen Job zu kündigen - vor allem dann nicht, wenn er ihn gerne tut (soll ja vorkommen, ich habe zumindest davon gehört).

Aber als bekennende Hamsterrad-Aussteigerin ernte ich eher Unverständnis und Gegenwind als aufrichtige Begeisterung oder Anerkennung. Deswegen liebe ich es, die Ideen und Impulse meiner "Gleichgesinnten" zu sammeln, um meinen Weg zu bestärken - und dieses immer wieder aufkommende schlechte Gewissen ruhig zu stellen (Komfortzonengegner und Aufgabenfetischisten).

Und auf meiner Suche begegnen mir tatsächlich immer mehr dieser Freigeister. Momentan lese ich das hier:


»Lohnarbeit, Gartenarbeit, Beziehungsarbeit, Blowjob: Alles ist zur Arbeit geworden. Wir arbeiten an unserem Körper, an unserer Lebensweise und an unserem Liebesglück. Arbeit ist das Lebenselixier des modernen Menschen, ein Fetisch, mit dem wir uns lustvoll selbst geißeln.«

"Wenn es die Hölle wirklich gibt,
dann ist sie ein Büro."

Könnt ihr übrigens via Readfy kostenlos lesen!

Und ebenso gratis frei Haus die Kindle-Edition eines Klassikers,
denn Melville hat nicht nur "Moby Dick" geschrieben:


„Bartleby, der Schreiber“ ist die populärste Erzählung Melvilles. Es ist die Geschichte von einem Menschen, der sich langsam, aber sicher allem verweigert. Ein Antiheld, der mit seinem Spruch „ich möchte lieber nicht“ seine Umwelt irritiert und verunsichert.

I'D RATHER NOT...

Und schaut doch auch mal im "Haus Bartleby" vorbei.
Das Zentrum für Karriere-Verweigerung.

So viel Spannendes und Neues zu entdecken,
jenseits des Hamsterrads.

Schönes Wochenende.