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19. Juli 2017

(M)ein Abend mit Byron Katie.

Unsere Unterlagen für "The Work"
UFF! Wer mit Hochsensibilität, Agoraphobie und Depressionen behaftet ist, kann sich sicher vorstellen, dass die Reise zum Event nach Neu-Isenburg mit Übernachtung kein Spaziergang für mich war, sondern eher ein Abenteuer.

(Erstmal sorry für die schlechte Qualität der Bilder - es sind auch quasi nur Beweisfotos für mich und euch, dass ich wirklich dort war *g*, Handykamera und Lichtverhältnisse waren einfach bescheiden).

Beweisfoto 1: Voller Euphorie, Stolz und Vorfreude im chicen Hotelzimmer.
Die Anreise (mit Bahn und Bus) lief super. Das Hotel (Best Western Airport) sah außen pfui aus, aber das Zimmer war einfach nur top, ganz mein Geschmack. Modern und geräumig, mit Klimaanlage und Balkon. Ich war auf der 12. Etage, allerdings ohne Blick auf die Sykline von Frankfurt - die war offenbar auf der anderen Seite, was soll's). Dennoch hab ich in der Nacht fast gar nicht schlafen können - nicht weil es zu laut war, sondern fremdes Bett halt (und womöglich war ich auch noch ziemlich aufgedreht).

Angenehm überrascht. Groß und puristisch.
Nice. So viel Platz ganz für mich alleine *jauchz*. Und Tee konnte ich mir auch kochen! So mag ich das.
Das Event war einfach nur klasse. Die Hütte (Hugenottenhalle) war voll besetzt (ausverkauft!), doch trotz der vielen Menschen war die Atmosphäre sehr entspannt. Byorn-Katie-Fans eben ;-).

Die wackeligen Bildbeweise, Teil 1.... (fotografiert aus Reihe 5).
Es gab ein Vorprogramm mit gemeinsamem Singen (oh yippieh-yeah, genau mein Ding!). Hat mich ja ein bißchen an meine Musiktherapie in der Reha und den späteren VHS-Kurs erinnert. Sehr hübsch das ganze. Gekrönt wurde es noch mit einem kurzen Gastauftritt von Marc Marshall. Hä? Wer ist das denn? Muß man den kennen? Gegoogelt und mit Entsetzen festgestellt, dass es sich um den Sohn von Tony Marshall ("Schöne Maid") handelt. Herrjeh, ich hatte doch ein gewisses Angstpotential bezüglich volkstümlicher Weisen. Aber nein, ein gar nicht mal so uncooler und stimmgewaltiger Typ, der (unentgeltlich) zwei Songs zum besten gegeben hat. Einen mit uns vorfreudigem Chor und dann als Zugabe "What a wonderful World". Ja, wir waren dann ob des gemeinsamen Erlebens alle ein bißchen wie im Sektenrausch. Hielten Hände und die Herzen quollen über *hihi*.

Und dann kam SIE. Katie. Wow. Es fühlte sich total irreal an, so als hätte mich jemand in ein You-Tube-Video reingebeamt. Trunken von der bereits aufgestauten Euphorie kam ich mir vor wie ein Groupie *ggg*.

Beweisfoto Teil 2 in unterirdischster Qualität *schäm*.
Wir hatten alle Mappen bekommen mit dem Fragebogen zu "The Work" und einer Broschüre. Eingangs hat Katie kurz "The Work" vorgestellt und zusammen mit uns die einzelnen Punkte des Fragebogens durchgearbeitet. Als wir damit fertig waren, hat sie ins Publikum gefragt, wer den ersten Punkt seines Fragebogens erzählen möchte. Damit hatte sie dann die erste Kandidatin für eine Session.

Das Thema war ja ein (weiblicher) Klassiker: Er hat mich verlassen usw. - Anfangs flossen Tränen, es endete aber alles in großem Gelächter, weil durch "The Work" die Absurdität der falschen Glaubenssätze einfach nur noch witzig war.

Katie brillierte wie immer mit Scharfsinn und ihrem unvergleichlichen Humor.

Die erste Session dauerte etwas länger, deswegen war dann nur noch eine weitere möglich. Und die war ja dann der Knaller. Ein Typ hatte sich gemeldet, weil er sich am Vorabend über seine Freundin geärgert hatte, sie sei undankbar gewesen. Ich will nicht die ganze Story wiedergeben, aber es wurde schnell klar, dass nicht seine Freundin das Problem war - der Typ war einfach ein Arschloch. Selbst Katie schlug die Hände vorm Gesicht zusammen, brachte ihn aber mit unglaublicher Geduld und Souveränität (ansatzweise) in die richtige Richtung.

Und bei dieser Work wurde mir die immense Bedeutung der Umkehrung ganz besonders klar. Der Typ fand seine Freundin "undankbar und dumm". "Turn it around" sagte Katie - er guckte erst doof - und kapierte dann "I am ungrateful and stupid!" (tosender Applaus im Publikum). Hui, der hat ganz schön einstecken müssen, das aber in seiner Arroganz kaum mitgekriegt.

Zum Schluß bat er Katie darum, noch zwei persönliche Fragen stellen zu dürfen. Die erste war, ob sie denn niemals negative Gefühle hätte (nein, hat sie seit über 30 Jahren nicht mehr und weint nur noch aus Rührung oder Freude) - und dann (ich fand es sehr provokativ) ob sie denn keine negativen Gefühle hätte, wenn ihr jemand sagen würde, dass Steven (ihr Mann) gestorben wäre. Und Katie - voll souverän: "Steven will never be dead for me." Standing Ovations.

Ich war beeindruckt und sehr dankbar, das einmal "in echt" miterleben zu dürfen. Und jetzt hab ich von Abenteuern erstmal wieder die Schnauze voll, freue mich wieder daheim zu sein und hole eine ordentliche Mütze Schlaf nach (und: Ich bin schon ein bißchen stolz auf mich, das so gut durchgezogen zu haben). Yay!

Und eines blieb mir besonders im Gedächtnis, was Katie zum Thema "Loslassen" gesagt hat: "Ich habe nie losgelassen - die Dinge haben irgendwann MICH losgelassen!".

Kommentare:

  1. Das hört sich super an! Sooo toll, dass du das gemacht hast!!
    Freut mich echt, dass alles so gut geklappt hat!
    Herzliche Grüße
    von Dorle

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  2. ein BISSCHEN stolz?
    Jetzt hör mal, Du darfst 12 Badewannen voll stolz auf Dich sein!!! Dass Du Dich das getraut hast und alles geschafft hast und überhaupt!!!
    Da macht jetzt das Heim doch viel mehr Spaß ;)
    Liebste Grüße!

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    1. Und ob das Heim wieder Spaß macht. Die Vorstellung, dass das jetzt ein richtiger Urlaub gewesen wäre, der noch ein paar Tage weiter geht mit diversen Aktivitäten, wäre der pure Horror für mich. Ich war nach diesem einen Tag schon durch ;-).

      Danke für die 12 Badewannen, hihi :-*

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  3. Vielen Dank für den "Erfahrungsbericht", das hört sich wahnsinnig spannend an. Und das Hotelzimmer ist superschön!

    Ich würde das Bild von dem Typen wieder löschen - soweit ich weiß, darfst Du keine Bilder von fremden Leuten posten, wenn die nicht einverstanden sind - was ich mir bei dem Kommentar nicht vorstellen kann ;-) Guck lieber nochmal...

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    1. Die ganze Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Ist das dann nicht sowas wie ein "globales Einverständnis"? *g*. Aber Du hast recht, ich nehm es besser raus...

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  4. Toller Bericht und wieso hab ich das nicht mitbekommen, dass Katie in der Nähe war…

    Ich war vor einiger Zeit auf einem „The Work“ Seminar, es ging um Selbstliebe und der Trainer war wirklich super. Bei mir ist an diesem Tag ein richtiger Knoten geplatzt und ich dachte nur, wie bescheuert bin ich eigentlich? So einiges hat sich an meiner Einstellung verändert und das kleine Kärtchen mit den Fragen ist nun mein ständiger Begleiter.

    Viele Grüße,
    Caro

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