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4. Juni 2017

Abhängig oder frei?


Passend zum Thema "Geht ja doch" hier ein weiterer Schwank aus meinem Leben:

Freiheit ist für mich ein ganz wichtiger Wert. Alles, was mich einschränkt, jedwede Abhängigkeit finde ich lästig. Und jetzt wird es ein wenig peinlich (und sehr persönlich): Ich war jahrelang abhängig von Nasenspray. Das Teufelszeug macht bereits nach wenigen Tagen süchtig, weil die Nase dann automatisch zuschwillt und man wieder sprayen muß. Ein echt leidiges Thema, weil bei mir immer zweimal im Jahr eine Erkältung auf dem Plan war und über die Hälfte des Jahres mich der Heuschnupfen plagte. Mehrmals hab ich den Entzug versucht - es war ätzend.

Die Abhängigkeit war so schlimm, dass ich einmal zu einem Termin gefahren bin und festgestellt hatte, dass ich kein Nasenspray dabei hatte. Ich bin dann tatsächlich schnell zur nächsten Apotheke gehetzt, um meinen "Stoff" zu besorgen. Ich finde es mega eklig, durch den Mund atmen zu müssen.

Aber ich will partout von nichts abhängig sein. Und obwohl ich dachte: "Ach, es ist einfach viel zu schwer. Es ist halt so. Das kann ich nicht ändern" hat es auf einmal doch geklappt. Und diesmal war es richtig schnell und einfach. Kann das selbst kaum glauben. Natürlich weiß ich nicht, was passieren wird, wenn der nächste Schnupfen wieder zuschlägt, aber dennoch ist es für mich ein weiterer Mega-Erfolg. Seit mehreren Wochen bin ich nun "clean".

Und vielleicht ist das genau der Punkt: NICHT kämpfen. Es war diesmal das spontane Gefühl, dass es klappen könnte. Und ich hab mir nicht gesagt, dass es auch klappen MUSS. Es war mehr so: "Ich schau halt mal, ob es geht - und wenn nicht, dann nicht." Erst Akzeptanz, dann Veränderung. Ich glaube, das trifft auf so vieles zu.

Und weil mich ein Freund immer damit aufgezogen hat - hier der König der Nasenspray-Junkies *ggg*:


Auch ein Leben ohne Schoki ist tatsächlich möglich! Muß aber nicht sein... Etwas weniger tut es auch. Schaffe es seit zwei Monaten auch hier mit sehr geringen Dosen ;-). Ich bin selbst fast jeden Tag erstaunt, dass ich die zwei scheinbar unüberwindlichen Hürden "Abnehmen" und "Nasenspray-Abhängigkeit" gleichzeitig gemeistert habe. Ich darf nicht vergessen, mich auch regelmäßig dafür zu loben. "Ach, das war doch NICHTS!" denke ich manchmal. Aber das stimmt ganz und gar nicht. Das waren zwei wichtige Stolpersteine, die ich jahrelang nicht meistern konnte. Natürlich halte ich die Bälle flach, weil der nächste Schnupfen alles wieder zunichte machen kann. Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass ich wieder Gewicht zunehme. Aber was immer auch kommt: Ich liebe mich trotzdem! (Das ist mehr als die halbe Miete....). Und wer hinfällt, kann aufstehen und weiter machen. Selbstwirksamkeit ist das Zauberwort.

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