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26. Mai 2017

Summer Vibes.


Womöglich muß ich mir doch irgendwo in der Pampa eine Hütte bauen. Die Zeiten, als es in meiner Wohnung noch still wie in einem Mausoleum war, sind offenbar vorbei. Und das liegt diesmal nicht allein am Sommer mit seinen obligatorischen Rasenmähern und Heckenscheren und den dauerkläffenden Nachbarshunden.

Nachdem ich Disco-Boy Frank von der anderen Straßenseite erfolgreich ruhig gestellt habe und seit letztem Jahr nicht mehr mit den besten Soul-Hits der 80er Jahre beschallt werde, macht jetzt Erich zunehmend Probleme.

Erich hat vor einem Jahr das Haus gegenüber meines Balkons gekauft. Erich ist so eine Art "Bob der Baumeister". Aber ich habe mich immer damit getröstet, dass mir als Freifrau immerhin die Ruhe des Tages gehört. GEHÖRTE muß ich wohl sagen, denn Erich ist seit kurzem in Rente (also Freiherr), wie es scheint. Erich ist der Typ, der immer was werkeln muß. Tagein-taugaus ist Erich draußen am Bauen, Sägen, Hämmern, Bohren... Auch an Sonn- und Feiertagen gibt es keine Ruhe, denn dann läuft auf Erichs Terrasse stundenlang sein Transistorradio mit Countrymusik oder einer Fußballübertragung.

ICH HASSE ES.

Ein weiteres Problem stellt Adrian dar. Adrian ist der neue Mieter über mir in der Dachwohnung. Meine Wohnung hat jetzt einen Herzschlag - in Form der Bässe die von Adrians Lieblingsmusik der Sorte "Hard & Heavy" zu mir runterdröhnen. Mit den richtigen Beats bekommt dann der Sonntags-Tatort erst die richtige Note.

ICH FLIPPE AUS.

Und jetzt? "Lieben was ist?" - Neiiiiin, das geht nicht. Adrian hat mir dummerweise seine Handy-Nummer gegeben, falls es mal wieder zu laut wird (hatte mich natürlich gleich mal beschwert). Jetzt kriegt er von mir WhatsApp-Beschwerde-Nachrichten - und gibt vor, sich zu bemühen, um eine Weile später wieder die Bässe bis Mitternacht wummern zu lassen.

Was ich mit Erich mache, weiß ich noch nicht.

Lärm ist einfach nur Sch***. Und Ohrstöpsel sind auch keine Dauerlösung (das hatte ich zu Genüge in der letzten Wohnung), zumal davon sofort meine kleinen (aber äußerst empfindsamen) Gehörgänge verstopfen und ich wieder Dauergast beim HNO werde - nööö, da hab ich auch keine Lust drauf. Ich will ja auch niemanden an seiner persönlichen Entfaltung behindern. Aber wenn es mein Wohlbefinden beeinträchtigt, ist das halt auch blöd.

Komisch, Fluglärm, Autobahngeräusche (für mich wie Weißes Rauschen) oder Babygeschrei stören mich gar nicht (hab sogar mal in der Nähe eines Fliegerhorsts mit regelmäßigem Heli-Lärm gewohnt), aber Nachbarschaftslärm scheine ich als Übergriff in mein Territorium zu betrachten. Wahrscheinlich auch, weil es mit mangelnder Rücksichtnahme zu tun hat (und vermeidbar wäre).

Ein Experte hat dazu gesagt: "Sie sollten versuchen, die Lärmquelle kognitiv umzubewerten, um Ihr Unbehagen abzumildern." - Ah, okay. Also Erich stelle ich mir dann also als Eric Bana vor, der nebenan eine Countrybar eröffnet hat und mit nacktem Oberkörper am Grill steht (dazu brauche ich echt viel Fantasie, weil Erich so gar nicht nach Eric ausschaut). Und über mir wohnt ab jetzt Brad Pitt, der zu der Hardrock-Musik sein persönliches "Fight Club" Training absolviert.

Das wird nicht funktionieren...

Was würde Buddha tun???

Kommentare:

  1. Liebe Britta,
    das mit der Hütte in der Pampa ist eine gute Idee. Mir geht es genauso. Der ganze Lärm um mich herum nervt mich. Leider finde ich keine geeignete Hütte. Habe wirklich schon mal nach so einem Wochenendhäuschen gesucht, aber es gibt nichts und wenn dann ist es unbezahlbar.
    Liebe Grüße
    Sybille

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    1. Jaaaa, ein Wochenendhäuschen im Grünen wäre ein Traum! :-D

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  2. Nachbarschaftslärm kann die Hölle sein. Über mir knallt es auch schon die halbe Nacht lang und es juckt keinen, ob man dann am Tag todmüde durch die Gegend rennt, weil die es nicht gebacken kriegen, mal Nachtruhe einzuhalten. Rücksichtsloser geht es kaum.

    Die Freiheit anderer hört halt da auf, wo sie die Freiheit anderer Menschen beschneiden. So sehe ich das. Wir leben in einer Gesellschaft, da sollte eine gewisse Rücksichtnahme, die muss nicht übertrieben sein, dazu gehören.

    Nachbarschaftslärm ist auch so schlimm, weil es mit Rücksichtslosigkeit gepaart ist. Nachbarn, die Rücksicht nehmen und an andere denken, halten automatisch die Ruhezeiten ein. So einfach ist das. Aber die Menschen heutzutage halten sich für den Nabel der Welt und fühlen sich gleich bevormundet, wenn sie irgendwelche Regeln und Grenzen einhalten sollen. Krank ist das.

    Dir wünsche ich viel innere Ruhe und notfalls halt Lärmprotokoll schreiben und dem Ordnungsamt und Vermieter die Ruhestörer anzeigen. Ist nicht schön, aber bevor Du gar keine Ruhe bekommst...

    Lg
    Luna

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    1. Ja, es ist diese Rücksichtslosigkeit, die mich so aufregt. Diese wummernden Bässe machen mich total aggressiv :-(.

      Mein Vermieter ist ja seit einer Woche verschollen, bei mir steht ja auch immer noch die Sache mit dem Waschkeller aus. Es ist hier gerade alles höchst unerfreulich und ich werde wohl dem Mieterschutzbund beitreten, damit ich endlich mal etwas Unterstützung bekomme...

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