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19. November 2017

Gefreut wie ein Schnitzel.


Gestern habe ich zum ersten Mal seit Beginn meiner Abnahme Ende März mein Kalorienbudget drastisch überschritten. Anlässlich des Geburtstages meiner Mutter waren wir Essen und ich habe mir mit vollstem Genuß ein Jägerschnitzel mit Pommes reingezogen - und jeden Bissen genossen. Erst hatte ich überlegt, ob ich nicht besser den Lachs mit Blattspinat und Kartoffeln nehmen sollte. Aber nein, schon seit Wochen hab ich mich auf Schnitzel mit Pommes gefreut. Das mußte einfach sein. Die paar Gramm mehr auf der Waage habe ich eh bald wieder runter...

Und da ich mein Abnahmeziel ja bereits übertroffen habe (minus 27 kg inzwischen), konnte ich mir das ruhig auch mal erlauben. Aber es wird ganz klar eine Ausnahme bleiben.

Inzwischen mehren sich auch die ersten Stimmen, ich solle mal langsam aufhören, ich hätte genug abgenommen (sagt mein Hängepopo auch). Naja, also ausgehungert sehe ich ja nun wirklich nicht aus. Und ich strebe eh nur noch so 2 kg weniger an. Wäre aber auch genauso zufrieden, wenn es einfach bleibt, wie es ist (was als Aufgabe an sich schon schwer genug ist).

Ich weiß nicht, ob das auch durch die Abnahme kommt, aber mir ist nur noch kalt. Hände und Füße kommen überhaupt gar nicht mehr auf Betriebstemperatur. Wenn ich rausgehe, trage ich schon immer Handschuhe. Und wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, hab ich jetzt sogar drinnen meine mollig warmen Schneestiefel an. Unterm (Fleece-)Pulli versteckt sich noch ein Longsleeve. Und das an den Beinen sind natürlich Thermoleggings. (Lauter Schlankmacher-Klamotten....NICHT.... hihi). Was mache ich erst, wenn mal die Temperaturen unter den Nullpunkt sinken? Ich brauche beheizbare Klamotten! So einen Ganzkörperstrampelanzug, den man über Akku immer wieder aufladen kann.

Aber das ist alles Jammern auf höchstem Niveau. Ansonsten geht es mir gut - die trüberen Tage laden ein zum hemmungslosen Rumlümmeln auf dem Sofa. Und damit hab ich nun wirklich überhaupt kein Problem.

Schönen Sonntag!

14. November 2017

Siegfried Lenz über den Müßiggang.


Gerade bei Facebook entdeckt (morgens nach dem Frühstück stöbere ich immer nach interessanten Artikeln): Ein Fundstück aus dem Archiv der "ZEIT" aus dem Jahre 1962, indem Siegfried Lenz sich über das Thema "Müßiggang" ausläßt. Man bedenke, dass diese Einschätzung inzwischen 55 Jahre alt ist. Wie würde Herr Lenz heute darüber denken? Mich dünkt, er wäre entsetzt ;-).

"Der zerstreuungssüchtige Konsument, der Abnehmer von Kurzweil, wird bei allem verbissenen Fleiß nie in der Lage sein, Kultur hervorzubringen, da ihm das sublime Nichtstun unbekannt ist."

Wenn ich mir so überlege, welche Dimensionen Konsum und "Kurzweil" angenommen haben, in der mittlerweile geradezu pervertierten Form mit "Cyber-Monday", "Singles Day" oder "Black Friday", mit all den digitalen Spielzeugen (Smartphone, Smartwatch, iPads etc.) und den Erlebnissen, die man sich bei Jochen Schweitzer oder MyDays kaufen kann, stellt sich mir zwangsläufig die Frage, ob Müßiggang oder Nichtstun mittlerweile noch viel weniger als eine unbedeutende Randerscheinung geworden sind. Nein, schlimmer noch - verpönt und abgelehnt. Wer nichts tut, ist auch nichts wert.

Lieber erschöpfen wir uns zu Tode und tragen den ersten Herzinfarkt wie eine Trophäe vor uns her. Was für eine tragische Auszeichnung für all den Streß und die unzähligen Überstunden. Mit ein paar Stunden in der Hängematte verdient sich keiner einen Blumentopf. Aber vielleicht ein Stück weit Seelenfrieden....

Und ob diese abstruse Idee des "Space-Out-Wettbewerbs" tatsächlich den Müßiggang fördert? Entspannung unter Druck? Die Welt ist verrückt geworden ;-).

13. November 2017

Nachschub.


Nachdem ich mit dem letzten Jussi jetzt schon fast zur Hälfte durch bin (ich lese irre schnell), war ich heute in der Bib, um nach Nachschub zu stöbern. Sebastian Fitzek hatte ich schon länger im Auge - das wird also das erste Buch, das ich von ihm lese. Klingt schon mal reichlich gruselig "Der Augensammler":
"Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …"
Wuuuaaaaah - das verspricht einiges an Spannung. Bin sehr neugierig, ob mir sein Schreibstil gefällt. Dann kann ich gleich weitere Werke von ihm auf meine Wunschliste setzen.

Die anderen beiden Bücher hab ich in erster Linie aufgrund der Titel und der Cover mitgenommen. Nach all dem blutrünstigen Zeug der letzten Wochen, darf es dann zwischendurch auch gerne mal was leichteres und humorvolles sein.

"Eierlikörtage - Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre"
"Hendrik Groen mag alt sein (83 1/4 um genau zu sein), aber er ist noch lange nicht tot. Zugegeben, seine täglichen Spaziergänge werden kürzer, weil die Beine nicht mehr recht wollen, und er muss regelmäßig zum Arzt. Aber deshalb nur noch Kaffeetrinken, die Geranien anstarren und auf das Ende warten? Kommt nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. 83 Jahre lang hat Hendrik immer nur Ja und Amen gesagt. Doch in diesem Jahr wird er ein Tagebuch führen und darin endlich alles rauslassen - ein unzensierter Blick auf das Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Nord. Das ist richtig lustig und zugleich so herzzerreißend, dass wir Hendrik am Ende dieses Jahres nicht mehr aus unserem Leben lassen wollen."

"Schwer erleuchtet"
"In seinem neuen Roman „Schwer erleuchtet“ erzählt der erfolgreiche Buch-Autor Dieter Bednarz eine humorvolle Geschichte um einen lebensfrohen buddhistischen Mönch und ein ganz normales Paar aus Hamburg, um einen Zusammenprall der Kulturen, um Buddhismus und Kapitalismus, um Sein und Schein und das Geheimnis eines erfüllten Lebens."

Ich werde mich nie daran gewöhnen, dass ich immer so viel tollen Lesestoff zur Verfügung habe. Und das ist auch gut so - denn dann freue ich mich immer aufs Neue *hihi*. Und vorher hatte ich mich noch bei IKEA mit zwei Pack Teelichtern eingedeckt, denn für Family-Mitglieder gibt es gerade einen 5-Euro-Gutschein. Somit sind Lesestoff und Stimmung voll abgesichert. So liebe ich das"

12. November 2017

Jussi & Zen, Keira & Sienna.


Wie verbringt man am besten einen naßkalten, grauen Novembersonntag? Mit Jussi und Zen-TV. Gerade als ich heute Mittag Band 6 aus der Carl-Mѳrck-Reihe ausgelesen hatte, kam - just in time - die Benachrichtigung der Onleihe, dass der aktuelle Band (Teil 7 "Selfies") jetzt verfügbar ist. Yeah, wie perfekt ist das denn? Hab ich gleich mal nahtlos weiter gelesen. Fragt sich nur, was ich als nächstes angehe? Ist immer schade, wenn man bei einer richtig guten Serie ans Ende kommt bzw. dann ein Jahr auf den Folgeband - sofern es denn einen geben wird - warten muß. Für den nächsten Lese-Marathon (tja, Winter is coming) hab ich mir mal den Autor Ian McEwan vorgemerkt. Mal schauen, ob das was taugt.

Und YAY, ich hab Sport gemacht. Gestern eine halbe Stunde Stepper, heute erst Hanteltraining mit anschließenden Standing-Abs-Exercises. Das ist schon eine Schippe mehr als der Reha-Sport *g*. Den Sport mache ich nicht wegen der Abnahme. Und nur marginal wegen meiner dadurch bedingten Shar-pei-Haut (Shar-Pei = chinesischer Faltenhund). Es soll mehr zur allgemeinen Stärkung, Kräftigung und Fitness dienen - also kurz gesagt: Das Wohlbefinden steigern.

Danach ging es mit Tee und Schoki ab auf die Couch. Im Hintergrund lief die App von Zen-TV, die bei mir derzeit öfter genutzt wird, weil ich die herrlichen Bilder und die dezente Musik liebe. Da gibt es Kaminfeuer, Herbstimpressionen, traumhafte Karibik-Sonnenuntergänge - ganz wundervoll. Jedenfalls gerade viel viel besser als der Blick aus dem Fenster.

Und gestern Abend hab ich mal bei "Watchbox" gestöbert, ob sich da zwischen all dem Schrott was finden läßt (mein Amazon-Prime-Abo hab ich nämlich aufgekündigt). Und ja, ich habe einen beeindruckenden Film entdeckt, der schon ganz alleine wegen der beiden Hauptdarstellerinnen Keira Knightley (unfaßbar schön) und Sienna Miller sehenswert ist. Könnte man sogar ohne Ton gucken. Einfach nur die Schönheit bewundern, echt jetzt:


Ein Film für Ästheten!

Jetzt muß ich aber dringend den Jussi weiter lesen *spannend-wie-immer*.

11. November 2017

Lesefutter mit Inspiration.


Läuft immer noch! :-) - Während ich gerade den Kältetest mit der Kombination Strickstrumpfhose zu kurzem Rock bei Mistwetter absolviert und bestanden habe, wollte ich zum Wochenende gerne noch ein paar Lesetipps mit euch teilen.

Die allerbeste Nachricht zuerst: Frerix is back! Da hab ich mich ja echt riesig gefreut, zumal ich erst neulich gedacht habe, dass ich schon viel zu lange nichts mehr von ihm gesehen oder gelesen habe. Eine neue Inspirations-Website hat er gebastelt - optisch (wie immer) sehr ansprechend, inhaltlich nicht minder. Ein paar neue Videos hat er auch in Aussicht gestellt. Guter Mann!



Die nächste gute Nachricht gilt allen besorgten, neurotischen Grüblern: Pessimisten leben länger (und Langweiler übrigens auch, hierzu hatte ich mal ein Buch mit besagtem Titel gelesen). Für irgendwas muß der ganze Mist ja auch mal gut sein. Näheres dazu im Artikel "Lob der Neurose". JAWOLL!

Und die finale gute Nachricht und frohe Botschaft fürs Wochenende: Sch*** auf die Achtsamkeit!

"Achtsamkeitstraining kann helfen, und die Idee passt zum Zeitgeist. Wo ist also das Problem? Wie viele psychologische Konzepte lädt auch dieses zum Tanz ums Ich ein. Die Menschen sollen in sich selbst die Lösung für ihre Probleme finden. Doch je mehr sie sich mit sich selbst beschäftigen, desto deutlicher werden ihnen ihre Defizite. "
"Generell nützlich im Umgang mit klebrigen, zur Nabelschau einladenden Psychotrends, ist übrigens eine Empfehlung, die sich aus der chinesischen Philosophie ableiten lässt: Wir sollten zu denen, die wir lieben, eine gewisse Distanz halten. Also auch zu uns selbst."
Ja. Kann das nur bestätigen. Seit ich nicht mehr um mich und meine Probleme kreise, geht es mir deutlich besser. Allerdings möchte ich einschränken, dass dies eher für reflektierte Menschen gilt. Für all jene, die die Mutter Teresa spielen, um ihren eigenen Baustellen zu entkommen, sei dies mal besser dahin gestellt...

Wünsche euch ein inspiriertes und achtsamkeitsfreies Wochenende!