.

.

23. Februar 2017

Singlebörsen-Update.


Let me entertain you...

Es bleibt "wundervoll". Ein 70jähriger (total meine Alterszielgruppe) schreibt mir:

Ich hab eher Alpträume bekommen. Auf die netten Worte mußte er vergeblich warten.

💔


Was er wohl sucht???? Niveau vielleicht???

💔

Dann gibt es noch ständig die klassischen Zuschriften der "Nigeria-Connection". In gebrochenem Deutsch, mit Fake-Profilfotos attraktiver Männer, meist verwitwet.


💔

Andere schreiben gleich zweimal den gleichen Sch***:

💔

Und zum Schluß noch die Blitz-Mimose
(und da sag mal einer, ICH sei empfindlich).
Nachdem ich innerhalb eines Zeitfensters von 10 Minuten
nicht auf seine Nachricht geantwortet hatte
(und der Witz: Ich wollte ihm sogar antworten!),
hat er mein Profil gleich mal gesperrt:


💔

Sonntag treffe ich mich mit Mr. Wall Street. Seine Hartnäckigkeit hat mich beeindruckt...
(Aber vielleicht krieg ich auch vorher kalte Füße... *AHHHHH*).

22. Februar 2017

Putzen & Psycho.


Zeit, mal wieder einen Blick in meine aktuelle Leseliste zu werfen: Putzen & Psycho.

Also Putzen fand ich ja nie so super. Aufräumen ja - aber Putzen war mehr eine lästige Pflicht. Da war es mir am wichtigsten, dass alles zumindest auf den ersten Blick sauber ist (Küchenspüle, Ceranfeld, Tische, Armaturen). Aber als Freifrau mit mehr Zeit für alles, ist Putzen durchaus therapeutisch. Es lenkt ab, macht den Kopf frei und beschert sichtbare Erfolgserlebnisse. Es begeistert mich zwar immer noch nicht, aber es macht Sinn. Deswegen hatte ich mir in der hessischen Onleihe das Buch "Die Kunst des achtsamen Putzens" vorbestellt, um eventuell noch was Neues zu erfahren:

"Putzen macht glücklich.

Putzen und Aufräumen ist für die meisten eher eine lästige Pflicht. Eine Aufgabe, die man gerne abgibt. Doch Keisuke Matsumoto plädiert für das Gegenteil: inspiriert vom japanischen Zen-Buddhismus zeigt er, wie wichtig Putzen für uns ist, nicht nur für das äußere Wohlbefinden, sondern vor allem für die Seele. Er empfiehlt, Reinigung als bewusstes Ritual in den Alltag zu integrieren. Nur so werden unsere Gedanken und Gefühle wieder klar, und wir leben kreativer und erfüllter."


Also, hm, nein, Putzen macht mich NICHT glücklich. Das wäre echt übertrieben. Aber es macht mich zufrieden. Das ist auch mehr als genug. Es ist eher das Resultat, das glücklich macht. Wenn alles sauber ist und womöglich auch frisch duftet - das ist schön. Das Putzen selbst mehr so naja... Und das Buch hat mich leider auch nicht vom Hocker gerissen. Das Buch ist nicht sehr umfangreich und teilweise doch SEHR speziell auf den buddhistischen Alltag im Kloster zugeschnitten (also ich trage hier keine speziellen Putzkleider oder Toilettenschuhe, noch besitze ich Papiertüren). Fand den Inhalt nicht sonderlich erhellend. Dass zum Beispiel auch das Lüften unbedingt dazu gehört, war nun auch keine bahnbrechend neue Erkenntnis. Das Buch kann man sich also - ganz minimalistisch - komplett sparen!

Als nächstes lese ich gerade einen Psychothriller von Nicci French. Von der Autorin hatte ich in der Vergangenheit schon mit Begeisterung Bücher gelesen (sie sind nicht so brutal wie z. B. die Werke von Karen Slaughter). Das Buch "Blauer Montag" ist der erste Band einer ganzen Reihe um die Psychologin Frieda Klein. Die Frau ist toll, ein wenig verschroben (mit Schlafstörungen, etwas eigenbrötlerisch, besitzt kein Handy, ist verschlossen - ich mag das!). Die Story gefällt mir bisher sehr gut - interessante, tiefgründige Charaktere, wenig reißerisch, eher subtil und fein gestrickt.

"Manchmal ist die Psyche ein gefährlicher Ort.

Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stößt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mädchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit höchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entführer sehr nahe. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit …"


Wenn ich richtig geschaut habe, gibt es bislang sechs Bände (Montag bis Samstag ;-)). Und glücklicherweise sind sie auch alle in der Onleihe verfügbar *jubilier*. Mein Lesestoff für die nächsten Wochen ist gesichert!

21. Februar 2017

Better alone.


Ich bin ein Magnet für unpassende Partner. Ich ziehe Männer an, die nicht wirklich verfügbar sind, weil das mein Muster ist, das ich in der verkorksten Kindheit gelernt habe. Ich kann mich nicht auf Dich verlassen? Super, kenn ich, ist mir vertraut. Herzlich willkommen!

Jetzt sammle ich unpassende Erfahrungen in einer Singlebörse. Warum ich mir das antue, weiß ich selbst nicht. Es braucht einen langen Atem und ein unfaßbar dickes Fell. Wenn man dort als "Frischfleisch" auftaucht, ist der Ansturm erstmal groß (etwa 50 Zuschriften in den ersten Tagen).

Der neueste Running Gag wird für mich der Satz "Er hat fünf Jahre an der Wall Street gearbeitet" als Synonym für den unpassenden Mann. Dieser Wall-Street-Mann (ich hab seinen Lebenslauf ergoogelt und bin dabei auf dieses Wall-Street-Zitat gestoßen) wollte mich unbedingt kennen lernen, obwohl ich ihm ausdrücklich gesagt habe, dass ich eine moppelige Sofapupserin bin, die null karriereorientiert, sondern 100% sofaorientiert ist (O-Ton!). Das würde sich für mich anfühlen, als ob ich mich mit einem ehemaligen Vorgesetzten verabrede.

Heute schreibt mich ein all-over-tätowierter-Muckimann an, der findet, dass wir total viel gemeinsam hätten.

Und der eine, den ich süß fand, der im Profil schreibt, dass er auch gerne Zuhause ist, der will offenbar nix von mir wissen.

Was für ein merkwürdiges Spiel... Hier mal ein paar repräsentative Auszüge der elitären Korrespondenz (nicht erwähnt sind all die verheirateten Männer, die was für "nebenher" suchen):



Die Zuschrift "Test" finde ich ja besonders originell, immerhin kreativer als die Variante "Hallo." oder "Wie geht's?".

Simplify.


Ich arbeite dran.

20. Februar 2017

Gratwanderung.


Meine Gedanken führen manchmal einen regelrechten Seiltanz auf. Schwanken hierhin, schwanken dorthin, stets bemüht, nie abzustürzen (was ja schon mal ein guter Ansatz ist).

Wenn das Denken durch eine Depression mehr oder weniger getrübt ist, finde ich es ganz schwierig, hinter diesem Filter "Realität" oder sagen wir besser "Objektivität" auszumachen.

Es ist dann eine ständige Gratwanderung zwischen pathologisieren und bagatellisieren.

Ist das was ich da mache irgendwie krank? Oder einfach nur eine kleine menschliche Macke?

Ist das behandlungsbedürftig oder vernachlässigbar?

Kann ich das so lassen oder muß ich da an mir arbeiten?

Es fühlt sich schlecht an, kann das weg?

Und überhaupt: Was ist schon NORMAL?

Ich habe keine Antwort auf die Fragen, ich stelle sie immer wieder neu.... Und wenn Du andere dazu befragst, sagen die einen so und die andern so. Das macht es dann auch nicht einfacher.

Vielleicht hilft DIE EINE obligatorische Frage weiter: "Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?" (und dann mal schauen, wie es sich anfühlt).

Ich hinterfrage gerade vieles. Ist ja auch irgendwie eine Umbruchphase bei mir, in der ich gerade stecke. Alte Muster verabschieden, Neues wagen. Nach vorne schauen. Ausprobieren. Stärker werden. Hinfallen und wieder aufstehen.